Prozessoren-Ratgeber: worauf es beim Kauf ankommt
Ein Prozessor ist kein Einzelteil, das überall passt. Er muss zur Plattform deines Mainboards passen, und seine Leistung verteilt sich auf mehrere Kennzahlen. Diese Kriterien helfen dir bei der Auswahl.
Sockel und Plattform-Kompatibilität
Das wichtigste Kriterium zuerst: Der Sockel der CPU muss exakt zum Sockel deines Mainboards passen. Intel und AMD nutzen unterschiedliche Sockel, und auch innerhalb eines Herstellers ändern sich die Sockel über die Generationen. Ein Prozessor mit Sockel LGA 1851 passt nicht auf ein Board mit LGA 1200. Prüfe vor dem Kauf den Sockel deines Mainboards und ob der passende Chipsatz die CPU unterstützt; teils ist dafür ein BIOS-Update nötig.
Kerne und Threads
Die Kerne (Cores) bestimmen, wie viele Aufgaben der Prozessor parallel abarbeitet. Threads sind die logischen Recheneinheiten je Kern; viele CPUs verarbeiten pro Kern zwei Threads. Mehr Kerne helfen bei Anwendungen, die gut parallelisieren, etwa Videoschnitt, Rendering oder viele gleichzeitig laufende Programme. Für reine Office-Nutzung reichen wenige Kerne.
Taktrate
Die Taktrate in Gigahertz (GHz) gibt an, wie viele Rechenschritte ein Kern pro Sekunde ausführt. Angegeben werden meist ein Grundtakt und ein höherer Boost-Takt, den die CPU kurzzeitig unter Last erreicht. Ein hoher Takt hilft bei Aufgaben, die auf einzelne Kerne angewiesen sind, etwa viele Spiele. Takt allein sagt aber wenig: Architektur und Kernzahl gehören dazu.
TDP und Kühlung
Die TDP (Thermal Design Power) in Watt ist ein Richtwert für die Wärme, die der Prozessor unter Last abgibt, und damit für die nötige Kühlung. Manche CPUs werden mit Kühler (Box) geliefert, andere ohne (Tray oder die Bezeichnung „ohne Kühler"). Achte darauf, ob ein Kühler dabei ist und ob er zur TDP und zu deinem Gehäuse passt.
Integrierte Grafik: ja oder nein
Manche Prozessoren haben eine integrierte Grafikeinheit (iGPU) und können ohne separate Grafikkarte ein Bild ausgeben. Andere brauchen zwingend eine dedizierte Grafikkarte. Bei Intel zeigt oft die Modellbezeichnung den Unterschied: Ein „F" im Namen steht in der Regel für ein Modell ohne integrierte Grafik. Ohne iGPU und ohne Grafikkarte bekommst du kein Bild.
Auf einen Blick
| Kriterium | Bedeutung |
|---|---|
| Sockel | Muss exakt zum Mainboard passen, sonst läuft die CPU nicht |
| Kerne/Threads | Parallele Rechenleistung; wichtig für Multitasking, Schnitt, Rendering |
| Taktrate (GHz) | Tempo pro Kern; hilft bei Single-Core-Lasten wie vielen Spielen |
| TDP (Watt) | Richtwert für Abwärme und nötige Kühlleistung |
| Kühler dabei | Box meist mit Kühler, Tray meist ohne |
| Integrierte Grafik | Mit iGPU kein Bedarf an Grafikkarte; ohne iGPU ist sie Pflicht |
Häufige Fragen
Passt jeder Prozessor auf jedes Mainboard?
Nein. Der Sockel der CPU muss zum Sockel des Mainboards passen, und der Chipsatz muss den Prozessor unterstützen. Sockel ändern sich zwischen den Generationen, deshalb passt eine neue CPU nicht automatisch auf ein älteres Board. Prüfe vor dem Kauf den Sockel deines Mainboards.
Was ist wichtiger, viele Kerne oder hoher Takt?
Das hängt vom Einsatz ab. Aufgaben wie Videoschnitt, Rendering oder viele parallele Programme profitieren von mehr Kernen. Anwendungen, die vor allem einen Kern auslasten, etwa manche Spiele, profitieren stärker von hohem Takt. Für die meisten Nutzer ist eine ausgewogene Mischung sinnvoll.
Brauche ich einen Prozessor mit integrierter Grafik?
Nur wenn du keine separate Grafikkarte einbaust. Eine integrierte Grafik (iGPU) gibt ohne Grafikkarte ein Bild aus und reicht für Office und Medienwiedergabe. Hast du eine dedizierte Grafikkarte, ist eine iGPU nicht zwingend nötig. Ohne iGPU und ohne Grafikkarte bekommst du kein Bild auf den Monitor.
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