Altes Handy entsorgen: so recycelst du es richtig und löschst vorher deine Daten

Altes Handy entsorgen: so recycelst du es richtig und löschst vorher deine Daten

Irgendwann liegt in fast jeder Schublade ein ausgemustertes Handy. Es funktioniert vielleicht noch, ist aber ersetzt, und wegwerfen willst du es auch nicht so recht. Zu Recht: Ein Smartphone gehört nicht in den Restmüll. Es enthält Rohstoffe, die sich zurückgewinnen lassen, und Bauteile, die getrennt behandelt werden müssen. Genauso wichtig ist der Schritt davor, den viele überspringen: deine persönlichen Daten sicher löschen, bevor das Gerät die Hand wechselt. Diese Anleitung zeigt dir beides, sachlich und in der richtigen Reihenfolge.

Talkis Tipp. Erst die Daten, dann die Entsorgung. Setz das Handy nicht einfach zurück und gib es weg, sondern melde vorher deine Konten ab und nimm SIM- und Speicherkarte heraus. Ein moderner, verschlüsselter Speicher ist nach dem Werksreset für Normalzugriffe nicht mehr auslesbar. Aber die Reihenfolge muss stimmen, sonst sperrt dich oder den nächsten Besitzer die eingebaute Diebstahlsperre aus. — Talki, dein Berater

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Handy ist Elektroschrott und gehört nicht in den Hausmüll. Es enthält verwertbare Metalle wie Gold, Silber und Kupfer und muss getrennt gesammelt werden.
  • Die Rückgabe ist kostenlos. Kommunale Sammelstellen und größere Händler müssen kleine Altgeräte gebührenfrei annehmen, beim Handel auch ohne dass du etwas Neues kaufst.
  • Lösch deine Daten vorher. Konten abmelden, SIM- und SD-Karte entfernen, dann auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Das ist der Rat des BSI.
  • Melde dich aus iCloud oder dem Google-Konto ab, bevor du zurücksetzt. Sonst bleibt die Aktivierungs- beziehungsweise Werksreset-Sperre aktiv.
  • Funktioniert das Gerät noch, hat Weitergeben Vorrang vor Recycling. Die Wiederverwendung eines intakten Geräts steht in der Abfallhierarchie über der stofflichen Verwertung.
  • Der Akku ist ein Sonderfall. Fest verbaut bleibt er im Gerät und geht mit ihm zur Sammelstelle. Lose Akkus und Powerbanks gehören getrennt in die Batteriesammlung.

Warum das Handy nicht in den Restmüll darf

Ein Smartphone zählt rechtlich als Elektro- und Elektronikaltgerät und unterliegt dem Elektrogesetz (ElektroG). Es muss deshalb getrennt vom Hausmüll gesammelt werden. Der Grund ist doppelt: Im Gerät stecken Wertstoffe, die sich im Kreislauf halten lassen, und zugleich Bestandteile wie der Lithium-Akku, die bei falscher Behandlung Schaden anrichten. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass in deutschen Haushalten sehr viele alte Handys ungenutzt liegen und dass die enthaltenen Metalle wie Gold, Silber und Kupfer im Restmüll unwiederbringlich verloren gingen. Wo du das Gerät abgibst, entscheidet also mit darüber, ob die Rohstoffe zurückgewonnen werden.

Schritt 1: Daten sichern und Konten abmelden

Bevor irgendetwas gelöscht wird, sicherst du, was dir wichtig ist. Fotos, Kontakte und Chats lassen sich in ein Backup übertragen, per Cloud oder auf einen Rechner. Erst danach meldest du dich von deinen Konten ab. Dieser Schritt ist entscheidend, weil sowohl Apple als auch die Android-Welt eine Diebstahlsperre eingebaut haben, die ohne Abmeldung bestehen bleibt.

  • iPhone: Melde dich in den Einstellungen unter deinem Namen aus iCloud, App Store und iTunes ab. Apple empfiehlt diesen Schritt ausdrücklich vor der Weitergabe. Ist die Funktion „Wo ist?“ aktiv, wird die Aktivierungssperre beim späteren Löschen automatisch entfernt.
  • Samsung und andere Android-Geräte: Entferne dein Google-Konto und, bei Samsung, zusätzlich dein Samsung-Konto, bevor du zurücksetzt. Samsung weist darauf hin, dass sonst die Werksreset-Sperre (Factory Reset Protection) greift und den nächsten Besitzer aussperrt.

Nimm außerdem jetzt die SIM-Karte und eine eventuelle microSD-Speicherkarte heraus. Das BSI nennt beides als eigenen Schritt, denn auf diesen Karten liegen Daten, die ein Werksreset des Telefons nicht berührt.

Schritt 2: Daten sicher löschen

Beim iPhone setzt du das Gerät danach über Einstellungen, Allgemein, „iPhone übertragen/zurücksetzen“ und „Alle Inhalte und Einstellungen löschen“ zurück. Bei Samsung führt der Weg über Einstellungen, Allgemeine Verwaltung, Zurücksetzen. Anschließend entfernst du das Gerät noch aus deinem Konto in der Geräteübersicht, beim iPhone über das Apple-Konto.

Ein Hinweis zur Sicherheit, den das BSI klarstellt: Ein Werksreset genügt, wenn der Speicher verschlüsselt ist, was bei aktuellen Smartphones die Regel ist. Bei älteren oder unverschlüsselten Geräten löscht das Zurücksetzen unter Umständen nur das Verzeichnis, die Daten selbst bleiben rekonstruierbar. Das BSI rät in dem Fall, das zurückgesetzte Gerät mit großen, harmlosen Dateien vollzuschreiben, etwa mehrfach kopierten Videoaufnahmen einer weißen Wand, und danach ein zweites Mal zurückzusetzen. Wenn du ganz sichergehen willst und das Gerät ohnehin verschrottest, bleibt die physische Zerstörung des Speichers die sicherste Variante.

Schritt 3: Das Gerät an der richtigen Stelle abgeben

Jetzt geht es um die eigentliche Entsorgung. Die Rücknahme ist in Deutschland gesetzlich geregelt und für dich kostenlos:

  • Kommunale Sammelstellen. Wertstoffhöfe, Recyclinghöfe und Schadstoffmobile nehmen Elektroaltgeräte gebührenfrei an. Das Umweltbundesamt nennt hier das dichteste Netz an Abgabestellen.
  • Handel ab 400 Quadratmeter Verkaufsfläche. Größere Elektrohändler müssen kleine Altgeräte mit einer Kantenlänge bis 25 Zentimeter, wozu Handys zählen, kostenlos zurücknehmen, und zwar unabhängig davon, ob du dort etwas Neues kaufst. Das gilt auch für den Onlinehandel mit entsprechend großer Lager- und Versandfläche.
  • Supermärkte und Drogerien ab 800 Quadratmeter. Auch der größere Lebensmittel- und Drogeriehandel ist zur Rücknahme kleiner Altgeräte verpflichtet.

Zur Orientierung gibt es seit einiger Zeit ein einheitliches Sammelstellen-Logo, an dem du erkennst, wo du kostenlos abgeben kannst. Das Umweltbundesamt hat die Zahl der Rücknahmestellen zuletzt deutlich ausgeweitet.

Bei uns in Eilenburg: der Smartphone-Kasten. Wenn du in der Gegend bist, geht es noch einfacher. Vor unserem TP-Store in Eilenburg steht der Smartphone-Kasten: Dort wirfst du dein altes Handy ein wie einen Brief, kostenlos und ohne Termin, egal ob es noch läuft, lahmt oder defekt ist. Jedes eingeworfene Gerät wird geprüft und fachgerecht weiterverarbeitet, brauchbare Geräte und Teile bekommen ein zweites Leben. Deine Daten löschst du vorher trotzdem nach den Schritten 1 und 2.

Schritt 4: Der Akku als Sonderfall

Der Lithium-Akku verdient eigene Aufmerksamkeit, weil beschädigte oder falsch entsorgte Akkus in der Sammlung Brände auslösen können. Bei modernen Handys ist der Akku fest verbaut. Dann brichst du ihn nicht selbst heraus, sondern gibst das ganze Gerät als Elektroaltgerät ab, die Trennung übernimmt die fachgerechte Behandlung.

Lose Akkus, Wechselakkus alter Geräte oder Powerbanks gehören dagegen getrennt in die Batteriesammlung, etwa in die Sammelboxen im Handel. Das Umweltbundesamt rät, bei lithiumhaltigen Altbatterien vorher die Pole abzukleben, um einen Kurzschluss zu vermeiden. In den Hausmüll gehört keine dieser Batterien.

Wenn das Handy noch funktioniert: Weitergeben vor Recycling

Recycling ist der richtige Weg für ein defektes Gerät. Läuft dein altes Handy aber noch, steht in der gesetzlichen Abfallhierarchie die Wiederverwendung vor der stofflichen Verwertung. Ein Gerät, das weiter benutzt wird, muss nicht neu produziert werden, und die Herstellung ist der ressourcenintensivste Teil im Leben eines Smartphones.

Konkret heißt das: Ein funktionierendes Handy kannst du privat weitergeben, verschenken oder an eine gemeinnützige Sammelaktion spenden, die Geräte wieder aufbereiten lässt. Wichtig ist nur, dass du auch hier vorher Schritt 1 und 2 gemacht hast.

Die andere Seite dieser Rechnung ist unser Geschäft: Damit ein Gerät im Umlauf bleibt, muss es auch jemand übernehmen. Genau das ist der Kern von generalüberholten Smartphones. Bei uns wird jedes Gerät seit 1998 im eigenen Haus nach 56 Kriterien geprüft, bevor es weiterverkauft wird. Wenn du selbst nach einem Nachfolger suchst, hält ein geprüftes, generalüberholtes Gerät ein vorhandenes Handy im Kreislauf. Neu oder generalüberholt bleibt dabei deine Entscheidung, wir vermischen die beiden Kategorien nicht.

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Häufige Fragen

Kann ich mein altes Handy einfach in den Hausmüll werfen? Nein. Ein Handy ist ein Elektroaltgerät und muss getrennt gesammelt werden. Im Restmüll gehen die enthaltenen Metalle verloren, und der Akku kann Schaden anrichten. Die Rückgabe an einer Sammelstelle oder im Handel ist kostenlos.

Wo kann ich mein altes Handy kostenlos abgeben? An kommunalen Sammelstellen wie Wertstoffhöfen und Schadstoffmobilen, bei Elektrohändlern ab 400 Quadratmeter Verkaufsfläche und in größeren Supermärkten und Drogerien ab 800 Quadratmeter. Der Handel muss kleine Altgeräte auch ohne Neukauf annehmen. In Eilenburg kannst du dein Altgerät zusätzlich kostenlos in unseren Smartphone-Kasten vor dem TP-Store einwerfen.

Reicht das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen, um meine Daten zu löschen? Bei aktuellen, verschlüsselten Smartphones reicht der Werksreset gegen normalen Zugriff aus. Bei älteren oder unverschlüsselten Geräten empfiehlt das BSI, den Speicher nach dem Reset mit großen Dateien zu überschreiben und danach noch einmal zurückzusetzen. Konten abmelden und SIM- sowie Speicherkarte herausnehmen gehören immer dazu.

Muss ich den Akku vor der Abgabe herausnehmen? Bei fest verbauten Akkus nicht. Gib das Gerät komplett ab, die Trennung erfolgt fachgerecht. Lose Akkus, Wechselakkus und Powerbanks gehören dagegen getrennt in die Batteriesammlung, bei lithiumhaltigen Akkus am besten mit abgeklebten Polen.

Was mache ich mit einem Handy, das noch funktioniert? Weitergeben hat Vorrang vor Recycling. Du kannst es privat verschenken, weitergeben oder spenden. Lösch vorher deine Daten und melde deine Konten ab. Wer selbst ein Nachfolgegerät sucht, hält mit einem generalüberholten Smartphone ein vorhandenes Gerät im Kreislauf.

Warum muss ich mich vor dem Zurücksetzen aus meinem Konto abmelden? Weil sonst die eingebaute Diebstahlsperre bestehen bleibt. Beim iPhone ist das die Aktivierungssperre über „Wo ist?“, bei Android die Werksreset-Sperre über das Google-Konto. Ohne Abmeldung lässt sich das Gerät danach nicht mehr sauber einrichten.

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