Cookie-Banner am Handy richtig ablehnen

Cookie-Banner am Handy richtig ablehnen

Kaum öffnest du eine Seite, schiebt sich ein Kasten über den Bildschirm: „Wir schätzen deine Privatsphäre." Der bunte Knopf lädt zum Akzeptieren ein, das Ablehnen ist oft kleiner, blasser oder eine Ebene tiefer versteckt. Am Handy nervt das doppelt, weil der schmale Bildschirm die kleinen Links schwer treffbar macht. Diese Anleitung zeigt dir beides: wie du im Banner sauber ablehnst, ohne in die üblichen Fallen zu tappen, und wie du dein Handy so einstellst, dass Cookies von vornherein weniger Schaden anrichten. Für iPhone und Android gleichermaßen, Unterschiede sind gekennzeichnet.

Talkis Tipp. Drück nicht reflexartig auf den leuchtenden „Alle akzeptieren"-Knopf. Suche nach „Alle ablehnen" auf derselben Ebene. Ist der Knopf da, tippst du ihn und bist durch. Findest du nur „Einstellungen" oder „Mehr Optionen", geh hinein und stell alle Schalter außer den notwendigen auf aus. Das kostet einen Extra-Tipp, spart dir aber das Tracking. — Talki, dein Berater

Das Wichtigste in Kürze

  • Notwendige Cookies brauchen keine Zustimmung, alles andere schon. Warenkorb und Login funktionieren auch, wenn du ablehnst.
  • Ablehnen muss so leicht sein wie Akzeptieren. Nach deutscher Rechtsprechung gehört ein sichtbarer Ablehnen-Knopf auf die erste Ebene des Banners, wenn dort auch „Akzeptieren" steht.
  • Achte auf den Reiter „Berechtigtes Interesse". Dort sind Anbieter oft trotz Ablehnen noch aktiv. Diese Schalter musst du getrennt ausschalten oder „widersprechen".
  • Ein Klick im Banner gilt nur für diese Seite. Dauerhaft ruhiger wird es erst über die Browser-Einstellungen.
  • Drittanbieter-Cookies blockieren ist der wirksamste Hebel gegen seitenübergreifendes Tracking. Safari macht das von Haus aus, bei Chrome und Samsung Internet stellst du es selbst ein.
  • Cookies regelmäßig löschen setzt gespeicherte Zustimmungen und Tracker zurück. Danach fragen manche Seiten allerdings erneut.

Zuerst verstehen: was der Banner überhaupt will

Cookies sind kleine Dateien, die eine Website in deinem Browser ablegt. Ein Teil davon ist technisch nötig, damit die Seite läuft: der Warenkorb im Shop, deine Spracheinstellung, ein Login. Diese notwendigen Cookies darf eine Seite ohne Nachfrage setzen, das bestätigt auch die Verbraucherzentrale.

Der Rest ist es, worum der Banner tanzt: Cookies für Reichweitenmessung, personalisierte Werbung und das Wiedererkennen über viele Seiten hinweg. Dafür braucht der Betreiber deine Einwilligung, deshalb ploppt der Kasten auf. Wenn du ablehnst, verlierst du keine Funktion, die du brauchst, sondern nur die Datensammelei.

So lehnst du im Banner richtig ab

Es gibt grob drei Sorten von Bannern.

Der faire Banner. Er zeigt auf der ersten Ebene direkt „Alle ablehnen" neben „Alle akzeptieren". Tipp auf „Alle ablehnen", fertig. Nach deutscher Rechtsprechung gehört dieser Knopf gut sichtbar auf die erste Ebene, wenn dort auch „Akzeptieren" steht.

Der Banner mit Umweg. Er bietet nur „Akzeptieren" und daneben „Einstellungen" oder „Mehr Optionen". Geh in die Einstellungen. Dort siehst du meist Kategorien wie Marketing, Analyse, Personalisierung. Lass „Notwendig" an, schalte alles andere aus und bestätige mit „Auswahl speichern" oder „Ablehnen".

Der Banner mit doppeltem Boden. Das ist der fiese. Neben dem Reiter „Einwilligung" gibt es einen zweiten, oft „Berechtigtes Interesse" oder „Legitimate Interest" genannt. Dort sind Dutzende Anbieter aufgelistet, deren Schalter trotz deines Ablehnens noch auf an stehen, weil sich der Betreiber auf ein eigenes Interesse statt auf deine Zustimmung beruft. Öffne diesen Reiter und stelle die Schalter aus oder tippe „Allen widersprechen". Erst dann ist wirklich Ruhe.

Ein Klick im Banner wirkt nur für diese eine Website. Auf der nächsten Seite steht der nächste Kasten. Wer die Kästen dauerhaft eindämmen will, muss beim Browser ansetzen.

iPhone: Safari so einstellen, dass weniger durchkommt

Safari bringt schon ab Werk einen guten Grundschutz mit. Prüfe und ergänze ihn so:

  1. Öffne die Einstellungen und tippe auf Apps, dann auf Safari (bei älteren iOS-Versionen liegt Safari direkt in der Hauptliste).
  2. Scroll zum Abschnitt Datenschutz & Sicherheit.
  3. Stell sicher, dass Cross-Sitetracking verhindern eingeschaltet ist. Das ist die zentrale Funktion. Sie blockiert, dass dich Drittanbieter über verschiedene Seiten hinweg verfolgen, und ist normalerweise schon aktiv.
  4. Tippe auf IP-Adresse verbergen und wähle Vor Trackern. So bekommen bekannte Tracker deine IP-Adresse nicht mehr zu sehen.

Es gibt zusätzlich den Schalter Alle Cookies blockieren. Der klingt verlockend, ist aber zu grob: Er blockiert auch die notwendigen Cookies, dann bleiben Warenkörbe leer und Logins funktionieren nicht mehr. Lass ihn aus und verlass dich auf „Cross-Sitetracking verhindern".

Gespeicherte Cookies wirst du über Einstellungen › Apps › Safari › Verlauf und Websitedaten löschen los. Danach bist du überall abgemeldet und die Banner fragen neu.

Android: Chrome und Samsung Internet einstellen

Bei Android hängt der Weg vom Browser ab, meist ist es Chrome oder Samsung Internet.

Google Chrome:

  1. Tippe oben rechts auf das Dreipunkt-Menü und dann auf Einstellungen.
  2. Öffne Website-Einstellungen und dort Drittanbieter-Cookies.
  3. Wähle Drittanbieter-Cookies blockieren. Das schaltet das seitenübergreifende Tracking ab, ohne die notwendigen Cookies der Seite selbst zu stören.

Cookies löschen geht bei Chrome über Dreipunkt-Menü › Einstellungen › Datenschutz und Sicherheit › Browserdaten löschen. Setz den Haken bei Cookies und Websitedaten, wähle einen Zeitraum und tippe auf Daten löschen.

Samsung Internet:

  1. Tippe unten rechts auf die drei Striche und dann auf Einstellungen.
  2. Öffne Datenschutz und Sicherheit.
  3. Unter den Cookie-Einstellungen kannst du Drittanbieter-Cookies blockieren oder alle Cookies verbieten. Für den Alltag reicht das Blockieren der Drittanbieter, das lässt normale Seiten heil.

Cookie-Banner-Blocker im Browser: Manche Browser bringen inzwischen eine Funktion mit, die Banner selbstständig wegklickt. Firefox für Android etwa hat ab Version 121 einen Cookie-Banner-Blocker unter Menü › Einstellungen › Datenschutz und Sicherheit. Enthält ein Banner eine Ablehnen-Option, lehnt der Browser automatisch für dich ab und schließt den Kasten. Ein Allheilmittel ist das nicht, weil nicht jeder Banner eine klare Ablehnen-Option hat, aber es nimmt einen Teil der Arbeit ab.

Was das Ablehnen nicht kann

Damit du realistisch bleibst: Cookies ablehnen stellt keine Werbung ab und macht dich nicht anonym. Anzeigen siehst du weiter, sie sind nur schlechter auf dich zugeschnitten. Und es gibt Techniken jenseits von Cookies, etwa das Fingerprinting, gegen die ein Cookie-Klick nichts ausrichtet. Wie du die Werbung selbst leiser stellst, zeigt der Ratgeber Werbeblocker am Handy einrichten, und was der überschätzte Inkognito-Modus wirklich verbirgt, klärt Privates Surfen am Smartphone.

Frisches Handy, saubere Einstellungen

Wenn ein Handy neu bei dir ankommt, ist der richtige Moment, diese Einstellungen in Ruhe zu setzen, bevor sich Tracker einnisten. Das gilt für ein fabrikneues Gerät genauso wie für ein generalüberholtes. Ein bei uns geprüftes, gebrauchtes Smartphone wird vor dem Verkauf komplett zurückgesetzt und durchläuft die 56 Prüfpunkte, es kommt also mit werkseitigen Einstellungen zu dir, ohne Datenreste des Vorbesitzers. Welcher Browser am besten zu dir passt, vergleicht der Ratgeber Welcher Browser am Smartphone.

Talkis Empfehlung

Merk dir eine Zwei-Ebenen-Regel. Ebene eins ist der Reflex am Banner: nicht akzeptieren, sondern „Alle ablehnen" suchen und, wenn nötig, im Reiter „Berechtigtes Interesse" nachfassen. Ebene zwei ist die Dauerlösung im Browser: Drittanbieter-Cookies blockieren und ab und zu die Cookies löschen. Einmal eingerichtet, kostet dich der Kleinkram nur noch einen Tipp. Und wenn du über ein neues Gerät nachdenkst, richte den Datenschutz von der ersten Minute an sauber ein.

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Häufige Fragen

Verliere ich etwas, wenn ich alle Cookies ablehne? Nein, nichts, was du zum Surfen brauchst. Notwendige Cookies für Warenkorb, Login oder Spracheinstellung setzt eine Seite ohnehin ohne Nachfrage. Ablehnen betrifft nur Werbung, Tracking und Reichweitenmessung.

Warum kommt der Cookie-Banner auf jeder Seite wieder? Weil jede Website ihre Entscheidung selbst speichert und der Banner nur für diese Seite gilt. Löschst du deine Cookies, fragen die Seiten sogar erneut. Dauerhaft ruhiger wird es erst, wenn du im Browser Drittanbieter-Cookies blockierst oder einen Banner-Blocker nutzt.

Was bedeutet „Berechtigtes Interesse" im Banner? Das ist ein zweiter Reiter, in dem sich Anbieter auf ein eigenes Interesse statt auf deine Zustimmung berufen. Deren Schalter stehen oft trotz Ablehnen noch auf an. Öffne diesen Reiter und stelle die Schalter aus oder tippe auf „Allen widersprechen", sonst läuft ein Teil des Trackings weiter.

Muss ein Ablehnen-Knopf überhaupt da sein? Nach deutscher Rechtsprechung gehört ein gut sichtbarer Ablehnen-Knopf auf die erste Ebene des Banners, wenn dort auch „Akzeptieren" steht. Ablehnen soll so leicht sein wie Akzeptieren. Findest du nur einen versteckten Umweg, ist das ein schlechtes Zeichen, du kommst über „Einstellungen" trotzdem zum Ziel.

Blockiere ich mit „Alle Cookies blockieren" am iPhone das Tracking komplett? Dieser Schalter ist zu grob. Er blockiert auch die notwendigen Cookies, dann funktionieren Warenkörbe und Logins nicht mehr. Nutze stattdessen „Cross-Sitetracking verhindern", das ist bei Safari von Haus aus aktiv und trifft gezielt die Tracker.

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