Display-Auflösung: HD, Full HD und QHD am Handy erklärt

Display-Auflösung: HD, Full HD und QHD am Handy erklärt

Tech-Wissen · Hintergrund
Dieser Artikel geht tiefer als unsere üblichen Ratgeber. Oben steht die verständliche Erklärung mit dem praktischen Fazit, weiter unten der Abschnitt für alle, die genau wissen wollen, wie die Kürzel zustande kommen und warum am Handy fast überall ein Plus dahintersteht. Mit Quellen zum Nachlesen.

Im Datenblatt jedes Smartphones stehen zwei Zahlen mit einem Kreuz dazwischen, etwa 2340 × 1080, und daneben oft ein Kürzel wie Full HD+ oder QHD. Beides beschreibt dasselbe: die Auflösung, also wie viele einzelne Bildpunkte das Display insgesamt darstellt. Je mehr Punkte, desto feiner kann ein Bild aufgelöst werden. Klingt einfach, sorgt aber schnell für Verwirrung, weil die Kürzel HD, Full HD und QHD leicht durcheinandergeraten, weil am Handy fast immer ein Plus dahinterhängt, und weil eine höhere Auflösung längst nicht immer sichtbar mehr bringt. Dieser Artikel sortiert die Begriffe, zeigt, wie viele Pixel jeweils dahinterstecken, und erklärt, ab wann du den Unterschied im Alltag überhaupt noch siehst.

Talkis Tipp. Wenn du dir nur eine Sache merkst: HD, Full HD und QHD sagen nur, wie viele Pixel insgesamt auf dem Schirm sind. Wie scharf ein Handy wirkt, hängt aber davon ab, wie eng diese Pixel sitzen, und das ist auf einem kleinen Display schnell sehr eng. Ein Full-HD-Handy sieht deshalb gestochen scharf aus. Der Sprung auf QHD bringt auf Handy-Größe kaum noch etwas fürs Auge, kostet aber Akku. Beim Kauf lohnt der Blick auf Helligkeit und flüssiges Scrollen mehr als auf die letzte Pixelzahl. — Talki, dein Berater

Das Wichtigste in Kürze

  • Auflösung ist die Gesamtzahl der Pixel auf dem Display, geschrieben als Breite × Höhe, zum Beispiel 1920 × 1080.
  • HD sind 1280 × 720 Pixel, Full HD 1920 × 1080, QHD (auch Quad HD oder 2K genannt) 2560 × 1440. Jede Stufe hat rund doppelt so viele Pixel wie die davor.
  • QHD heißt „Quad HD“, weil vier HD-Bilder hineinpassen. Das Q steht also für vierfach, nicht für „Quarter“. Groß geschrieben ist es die hohe Auflösung, klein geschrieben (qHD) wäre das Gegenteil.
  • Am Handy hängt fast immer ein Plus dahinter. Full HD+ oder QHD+ bedeutet: dieselbe Breite, aber mehr Höhe, weil moderne Handys schmaler und länger sind als ein klassischer 16:9-Bildschirm.
  • Sichtbar scharf hängt nicht an der Auflösung allein, sondern an der Pixeldichte. Die ergibt sich aus Auflösung und Bildschirmgröße zusammen.
  • Auf Handy-Größe ist Full HD+ für das Auge längst scharf. Mehr Auflösung verschiebt vor allem die Nachkommastelle, nicht den sichtbaren Eindruck.

Die einfache Erklärung: HD, Full HD, QHD

Die drei Kürzel sind eine Leiter, auf der jede Stufe ungefähr die doppelte Pixelzahl der vorigen hat. Am unteren Ende steht HD mit 1280 × 720 Pixeln, oft auch 720p genannt. Darüber kommt Full HD mit 1920 × 1080 Pixeln, häufig 1080p geschrieben, seit Jahren der Standard für Fernseher und für die meisten Handys. Ganz oben liegt QHD mit 2560 × 1440 Pixeln, manchmal 1440p oder als Marketingname „2K“ verkauft.

Rechnet man die Punkte zusammen, wird der Abstand greifbar. HD hat knapp eine Million Pixel, Full HD gut zwei Millionen, QHD fast vier Millionen. Der Name Quad HD verrät das schon: In ein QHD-Bild passen exakt vier HD-Bilder, zwei nebeneinander und zwei übereinander. Mehr Pixel heißt, dass das Display feinere Details darstellen kann, vorausgesetzt, das Auge kann diese Details aus dem üblichen Betrachtungsabstand überhaupt noch trennen. Genau da liegt der Haken, auf den wir gleich kommen.

Warum am Handy überall ein Plus steht

Die klassischen Werte HD, Full HD und QHD stammen vom Fernseher und haben immer das Seitenverhältnis 16:9, also die vertraute breite Rechteckform. Moderne Smartphones sind aber deutlich schmaler und länger, oft im Verhältnis um die 20:9. Auf so ein hohes Display passt das klassische 16:9-Raster nicht mehr sauber.

Deshalb behalten die Hersteller die Breite bei und stapeln oben und unten mehr Pixel drauf. Aus Full HD mit 1920 × 1080 wird am Handy zum Beispiel 2340 × 1080 oder 2400 × 1080. Die 1080 Pixel Breite bleiben, die Höhe wächst. Damit man das nicht mit dem reinen Fernseh-Wert verwechselt, hängt man ein Plus an: Full HD+. Genauso wird aus QHD am Handy QHD+, etwa 3200 × 1440. Das Plus ist also kein „besser“, sondern nur der Hinweis auf das höhere, handytypische Format.

Die Auflösungen im Überblick

Kürzel Pixel (16:9) Auch genannt Pixel gesamt Am Handy oft als
HD 1280 × 720 720p ≈ 0,9 Mio. HD+ (z. B. 1600 × 720)
Full HD 1920 × 1080 1080p, FHD ≈ 2,1 Mio. Full HD+ (z. B. 2340 × 1080)
QHD 2560 × 1440 Quad HD, 1440p, WQHD, „2K“ ≈ 3,7 Mio. QHD+ (z. B. 3200 × 1440)

Für alle, die es genau wissen wollen: Auflösung ist nicht Schärfe

Ab hier wird es genauer. Wer nur den praktischen Teil wollte, kann zum Abschnitt über den Handy-Kauf springen.

Warum dieselbe Auflösung mal scharf, mal grob aussieht

Die Auflösung sagt nur, wie viele Pixel es insgesamt sind, nicht wie eng sie sitzen. Genau darauf kommt es aber für den Schärfeeindruck an. Wie dicht die Pixel liegen, misst die Pixeldichte in ppi, „pixels per inch“, also Bildpunkte pro Zoll (2,54 cm). Sie ergibt sich aus Auflösung und Bildschirmgröße zusammen: dieselben zwei Millionen Full-HD-Pixel wirken auf einem 6-Zoll-Handy gestochen scharf und auf einem 27-Zoll-Monitor aus der Nähe grob, weil sie dort auf eine viel größere Fläche verteilt sind. Deshalb kannst du von der reinen Auflösung nie direkt auf die Schärfe schließen, ohne die Displaygröße mitzudenken. Wie du die Pixeldichte selbst ausrechnest und was die Zahl wirklich taugt, steht ausführlich im Hintergrund Was ist PPI? Pixeldichte und Bildschärfe erklärt.

Ab wann das Auge nicht mehr mitkommt

Das menschliche Auge kann feine Details nur bis zu einer Grenze auflösen. Bei normaler Sehschärfe und dem üblichen Handy-Abstand von etwa 25 bis 30 Zentimetern liegt diese Grenze grob bei rund 300 ppi. Ab da verschmelzen die einzelnen Pixel für das Auge, das Bild wirkt lückenlos. Bekannt gemacht hat diese Marke Apple 2010 mit dem iPhone 4 und dem Namen „Retina“: Das Display hatte 326 ppi, und das genügte, damit man aus normalem Abstand keine Pixel mehr ausmachte.

Für die Auflösungsleiter heißt das viel. Nimm ein typisches 6,1-Zoll-Display. Als Full HD+ mit 2340 × 1080 Pixeln landet es bei rund 420 ppi, also längst über der Grenze. Dasselbe Display als QHD+ mit 3200 × 1440 käme auf etwa 570 ppi. Beide liegen so weit über den 300 ppi, dass das Auge aus normalem Abstand keinen Unterschied mehr sieht. Die zusätzlichen Pixel von QHD+ sind rechnerisch da, aber sichtbar sind sie auf Handy-Größe kaum. Anders sähe es aus, wenn du das Display in eine VR-Brille schnallst und direkt vors Auge hältst, dort zählt jedes Pixel wieder.

QHD, Quad HD, WQHD, 2K und die kleine Falle qHD

Rund um QHD haben sich viele Namen angesammelt, und einer ist eine echte Stolperfalle. QHD groß geschrieben steht für Quad HD, also die vierfache HD-Auflösung mit 2560 × 1440 Pixeln. Ein häufiger Zusatz ist WQHD, „Wide Quad HD“, was meist dasselbe meint. Der Marketingname 2K wird ebenfalls oft für QHD verwendet, auch wenn er ursprünglich aus dem Kino kommt und dort etwas anderes bezeichnet. Aufpassen musst du bei der Kleinschreibung: qHD mit kleinem q ist „Quarter HD“, also ein Viertel von Full HD (960 × 540 Pixel) und damit sehr niedrig aufgelöst. Ein Buchstabe entscheidet hier über den Unterschied zwischen einer der höchsten und einer der niedrigsten gängigen Auflösungen. In Handy-Datenblättern ist praktisch immer das große QHD gemeint.

Was das für den Handy-Kauf heißt

Für dich ist die wichtigste Erkenntnis eine Entlastung: Du musst nicht auf die höchste Auflösung schielen. Ein Handy mit Full HD+ zeigt auf seiner Größe ein Bild, das für das Auge aus normalem Abstand vollständig scharf ist. Der Sprung auf QHD+ bringt zwar auf dem Papier fast doppelt so viele Pixel, sichtbar ändert sich auf Handy-Größe aber kaum etwas, während das Ansteuern der zusätzlichen Pixel mehr Akku zieht. Nicht ohne Grund lassen viele Geräte mit QHD+-Panel im Alltag standardmäßig nur Full HD+ laufen und geben die volle Auflösung erst auf Wunsch frei.

Das ist auch beim Gebrauchtkauf beruhigend. Ein generalüberholtes Smartphone von vor zwei oder drei Jahren hat beim Thema Schärfe keinen Nachteil gegenüber einem neuen Gerät, denn Full HD+ und die 300-ppi-Grenze waren längst überschritten. Du kaufst dir also keinen sichtbaren Rückschritt ein, wenn du zu einem etwas älteren Modell greifst. Wie flüssig sich ein Display anfühlt, hängt an der Bildwiederholrate, und wie satt die Farben und Kontraste wirken, an der Display-Technik. Beides sagt über den Alltagseindruck oft mehr als die letzte Pixelzahl. Wie moderne Handys Farbe und Kontrast überhaupt erzeugen, steht im Hintergrund Wie funktioniert ein OLED-Display.

Talkis Empfehlung

HD, Full HD und QHD sind eine saubere Leiter mit jeweils rund doppelt so vielen Pixeln pro Stufe. Am Handy hängt fast überall ein Plus dahinter, das nur das höhere Format meint, kein „besser“. Entscheidend für den Schärfeeindruck ist aber nicht die Auflösung allein, sondern die Pixeldichte, und die liegt auf Handy-Größe schon ab Full HD+ so hoch, dass das Auge nicht mehr mitkommt. Lass dich beim Kauf also nicht von QHD gegen Full HD blenden. Beide sehen auf einem Handy scharf aus. Achte lieber auf Helligkeit, flüssiges Scrollen und Farben, und beim Gebrauchtkauf darauf, dass das Display frei von Kratzern und Fehlern ist. Genau das prüfen wir bei unseren generalüberholten Geräten im Haus.

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Häufige Fragen

Was bedeutet QHD beim Handy? QHD steht für Quad HD, also die vierfache HD-Auflösung mit 2560 × 1440 Pixeln in der Grundform. Am Handy erscheint meist die höhere Variante QHD+ mit zum Beispiel 3200 × 1440 Pixeln. Es ist die höchste der drei gängigen Handy-Auflösungen, deutlich feiner als Full HD, für das Auge auf Handy-Größe aber kaum von Full HD zu unterscheiden.

Ist QHD besser als Full HD? Auf dem Papier ja, QHD hat fast doppelt so viele Pixel wie Full HD. Sichtbar auf einem Handy kaum, weil beide Auflösungen die Pixel so dicht packen, dass das Auge aus normalem Abstand keine einzelnen mehr erkennt. Der Unterschied kostet vor allem Akku, ohne dass du ihn im Alltag siehst.

Was heißt das Plus bei Full HD+ und QHD+? Das Plus zeigt an, dass das Display höher ist als das klassische 16:9-Format vom Fernseher. Die Breite bleibt gleich, oben und unten kommen Pixel dazu, weil moderne Handys schmaler und länger sind. Aus 1920 × 1080 (Full HD) wird so zum Beispiel 2340 × 1080 (Full HD+).

Reicht Full HD für ein Smartphone? Ja. Auf Handy-Größe erreicht Full HD+ eine Pixeldichte weit über der Grenze, ab der das Auge einzelne Pixel noch trennen kann. Das Bild wirkt vollständig scharf. Mehr Auflösung bringt sichtbar kaum einen Vorteil.

Was ist der Unterschied zwischen QHD und qHD? Die Groß- und Kleinschreibung entscheidet. QHD (Quad HD) ist mit 2560 × 1440 Pixeln eine sehr hohe Auflösung. qHD (Quarter HD) ist mit 960 × 540 Pixeln nur ein Viertel von Full HD und damit niedrig aufgelöst. In Handy-Datenblättern ist fast immer das große QHD gemeint.

Ist 2K dasselbe wie QHD? Im Handy- und Monitorbereich wird 2K meist als Werbename für QHD (2560 × 1440) verwendet. Ganz sauber ist das nicht, denn 2K stammt aus der Kinotechnik und bezeichnet dort eine etwas andere Auflösung. Für dich als Käufer meint 2K bei Smartphones in aller Regel QHD.

Quellen und zum Weiterlesen

  • Wikipedia: Display resolution standards (Übersicht der Kürzel mit exakten Pixelmaßen: HD 1280 × 720, Full HD 1920 × 1080, QHD 2560 × 1440, jeweils 16:9, und die Plus-Varianten fürs Mobilformat).
  • Wikipedia: Graphics display resolution (Namensherkunft Quad HD als vierfaches 720p, WQHD, sowie die Abgrenzung zu qHD/Quarter HD).
  • Wikipedia: Retina display (Herkunft der ~300-ppi-Marke, iPhone 4 mit 326 ppi, Sichtbarkeitsgrenze aus normalem Abstand).
  • Apple Support: iPhone 4 – Technische Daten (960 × 640 Pixel auf 3,5 Zoll, 326 ppi, das erste als „Retina“ vermarktete Display).

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