DisplayPort oder HDMI? Versionen und Unterschiede erklärt
HDMI und DisplayPort sehen sich an der Buchse ähnlich, aber dahinter steckt ein ganzer Zoo an Versionen mit sehr unterschiedlicher Leistung. Dazu kommt die Frage, welcher der beiden überhaupt der richtige ist: HDMI am Fernseher, DisplayPort am PC-Monitor, und beim Gaming wird es schnell unübersichtlich. Hier bekommst du den Überblick über die Versionen beider Standards und eine klare Antwort, wann du welchen Anschluss nimmst und welches Kabel dazugehört.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Versionsnummer allein sagt wenig. Was am Ende ankommt, hängt von Quelle, Bildschirm und Kabel zusammen ab.
- HDMI ist zu Hause an Fernseher, Konsole und Soundbar gesetzt, DisplayPort am PC-Monitor und an der Grafikkarte.
- HDMI-Versionen: 1.4 (10,2 Gbit/s), 2.0 (18 Gbit/s), 2.1 (48 Gbit/s), 2.2 (96 Gbit/s, noch ganz neu).
- DisplayPort-Versionen: 1.2 (21,6 Gbit/s), 1.4 (32,4 Gbit/s), 2.0 und 2.1 (bis 80 Gbit/s).
- HDMI kann eARC und CEC (Ton zur Soundbar, eine Fernbedienung), DisplayPort kann Daisy-Chaining (mehrere Monitore an einem Ausgang) und ist die Heimat von Adaptive Sync.
- Das Kabel ist die Obergrenze, kein Beschleuniger. Es muss zur Zielstufe passen.
Die HDMI-Versionen im Überblick
| Version | Bandbreite | Typisch möglich |
|---|---|---|
| HDMI 1.4 | 10,2 Gbit/s | 4K bei 30 Hz, 1080p bei 120 Hz |
| HDMI 2.0 | 18 Gbit/s | 4K bei 60 Hz |
| HDMI 2.1 | 48 Gbit/s | 4K bei 120 Hz, 8K bei 60 Hz, VRR |
| HDMI 2.2 | 96 Gbit/s | 8K bei 60 Hz unkomprimiert und mehr; sehr neu, Geräte erst am Anfang |
Eine Falle bei HDMI 2.1: Die Versionsnummer allein garantiert keine Features wie 4K mit 120 Hz oder eARC, die sind optional. Worauf du beim Fernsehkauf achten musst, steht im Ratgeber HDMI 2.1 am Fernseher.
Die DisplayPort-Versionen im Überblick
| Version | Bandbreite | Typisch möglich |
|---|---|---|
| DP 1.2 | 21,6 Gbit/s | 4K bei 60 Hz, mehrere Monitore per Daisy-Chain |
| DP 1.4 | 32,4 Gbit/s | mit Kompression 8K bei 60 Hz oder 4K bei 120 Hz und mehr |
| DP 2.0 / 2.1 | bis 80 Gbit/s | jenseits 8K, hohe Bildraten in 4K; Stufen UHBR10, UHBR13.5, UHBR20 |
Hier sitzt die größte Verwirrung: DisplayPort 2.1 bedeutet nicht automatisch 80 Gbit/s. Die reale Stufe heißt UHBR10 (40 Gbit/s), UHBR13.5 (54 Gbit/s) oder UHBR20 (80 Gbit/s) und hängt von Gerät und Kabel ab. Auch die Kabel sind danach benannt: DP40, DP54 und DP80. Die Details legt die VESA, das DisplayPort-Gremium, fest.
HDMI oder DisplayPort: wann was?
Beide übertragen Bild und Ton in hoher Qualität. Die Unterschiede liegen im Drumherum.
- Fernseher, Konsole, Heimkino: HDMI. Nur HDMI bietet eARC, also hochwertigen Ton vom Fernseher zur Soundbar über ein Kabel, und CEC, mit dem eine Fernbedienung mehrere Geräte steuert. PS5 und Xbox haben ausschließlich HDMI.
- PC-Monitor, hohe Bildraten, mehrere Monitore: DisplayPort. An Grafikkarten ist DisplayPort der De-facto-Standard. Er erlaubt Daisy-Chaining, also mehrere Monitore über einen Ausgang, und ist die Heimat von Adaptive Sync, der Basis von AMD FreeSync.
- Notebook oder Tablet mit USB-C: Hier läuft das Bild oft als DisplayPort über den USB-C-Anschluss (DisplayPort Alt Mode). Mehr zu USB-C steht in den Ratgebern USB-C-Kabel und ihre Unterschiede und USB 3.2, USB4 und SuperSpeed.
Kurz: Fernseher und Konsole zum HDMI, Gaming-PC und Monitor-Setup zum DisplayPort.
Was ist DSC?
Bei hohen Auflösungen taucht oft der Begriff DSC auf, Display Stream Compression. Das ist eine von der VESA als visuell verlustfrei eingestufte Kompression, mit der sich 8K oder hohe Bildraten auch dann übertragen lassen, wenn die rohe Bandbreite knapp wird. Im Alltag ist der Unterschied zum unkomprimierten Bild nicht zu sehen. „Komprimiert" heißt hier also nicht „schlechter".
Worauf du beim Kabel achtest
Das Kabel ist die Obergrenze, nicht der Beschleuniger. Es muss die Zielstufe können, mehr bringt es nicht.
- Bei HDMI 2.1 brauchst du ein zertifiziertes Kabel der Klasse Ultra High Speed, für HDMI 2.2 ein Ultra96-Kabel.
- Bei DisplayPort entscheidet die Kabelklasse DP40, DP54 oder DP80 über die erreichbare Stufe.
- Adapter von DisplayPort auf HDMI funktionieren in der gängigen Richtung meist gut. Sehr hohe Auflösungen und Bildraten sowie die Gegenrichtung brauchen aktive Adapter, und Funktionen wie eARC oder VRR überträgt ein Adapter in der Regel nicht.
Beim Gebrauchtkauf
Ob neu oder generalüberholt: Schau auf die konkreten Anschluss-Angaben im Datenblatt, nicht nur auf die Versionsnummer. Ein generalüberholter Gaming-Monitor oder ein Notebook nennt dort, welche Version und welche Stufe der Anschluss bietet. Ein passendes Kabel kannst du jederzeit dazulegen.
Talkis Empfehlung
Merk dir die Faustregel und du liegst fast immer richtig: HDMI für Fernseher und Konsole, DisplayPort für den Gaming-PC und mehrere Monitore. Prüf bei höheren Auflösungen, ob Quelle, Bildschirm und Kabel dieselbe Stufe können, und nimm ein Kabel der passenden Klasse. Wenn du unsicher bist, welcher Anschluss zu deinem Setup passt, frag mich.
Häufige Fragen
Ist DisplayPort besser als HDMI? Pauschal weder noch. Am PC-Monitor mit hoher Bildwiederholrate spielt DisplayPort seine Stärken aus, am Fernseher und an Konsolen ist HDMI gesetzt, unter anderem wegen eARC und CEC.
Welcher Anschluss fürs Gaming? Am Gaming-PC in der Regel DisplayPort, an Spielkonsolen ausschließlich HDMI. Für 4K mit 120 Hz braucht es dort HDMI 2.1 an beiden Enden und ein passendes Kabel.
Kann ich DisplayPort auf HDMI adaptieren? In der Richtung von einer DisplayPort-Quelle zu einem HDMI-Bildschirm meist problemlos mit passendem Adapter. Sehr hohe Auflösungen und die Gegenrichtung brauchen aktive Adapter, und eARC oder VRR überträgt ein Adapter normalerweise nicht.
Bedeutet DisplayPort 2.1 automatisch 80 Gbit/s? Nein. Die reale Stufe ist UHBR10 (40), UHBR13.5 (54) oder UHBR20 (80 Gbit/s) und hängt von Gerät und Kabel ab.
Was bedeutet DSC? Display Stream Compression, eine von der VESA als visuell verlustfrei eingestufte Kompression. Damit gehen hohe Auflösungen auch unter der rohen Bandbreite, ohne sichtbaren Qualitätsverlust.
Überträgt DisplayPort auch Ton? Ja, digitalen Mehrkanalton. Was DisplayPort nicht hat, ist ein Audio-Rückkanal wie eARC und keine Gerätesteuerung per CEC, deshalb spielt es im Heimkino kaum eine Rolle.