Fritz!Box einrichten: Schritt für Schritt erklärt

Fritz!Box einrichten: Schritt für Schritt erklärt

Eine neue Fritz!Box ist in einer halben Stunde betriebsbereit, wenn man die Reihenfolge kennt. Der eigentliche Trick liegt nicht in der Konfiguration, sondern davor: Das richtige Kabel muss in den richtigen Anschluss, und das hängt davon ab, ob du DSL, Kabel oder Glasfaser hast. Ist die Box erst einmal physisch korrekt verbunden, übernimmt der Einrichtungsassistent den Rest und fragt dich Schritt für Schritt durch Internet, WLAN und Telefonie. Dieser Ratgeber führt dich von der Verkabelung bis zum ersten Firmware-Update.

Talkis Tipp. Halte vor dem Start die Zugangsdaten deines Anbieters bereit, sie stehen im Willkommensbrief oder im Kundenportal. Bei vielen großen Anbietern erkennt der Assistent den Tarif automatisch und du brauchst gar keine Daten einzutippen. Leg dir trotzdem den Brief zurecht, dann musst du nicht mitten in der Einrichtung suchen. — Talki, dein Berater

Das Wichtigste in Kürze

  • Erst das Kabel, dann der Assistent. Welches Kabel in welchen Anschluss gehört, entscheidet die Anschlussart. Stimmt das, läuft der Rest geführt ab.
  • fritz.box ist die Adresse. Die gesamte Einrichtung passiert im Browser unter `fritz.box`, ein extra Programm brauchst du nicht.
  • Zwei verschiedene Passwörter. Das Fritz!Box-Kennwort schützt die Oberfläche, der WLAN-Schlüssel das Funknetz. Das sind getrennte Dinge.
  • Zugangsdaten nur manchmal nötig. Bei vielen Anbietern richtet der Assistent den Internetzugang automatisch ein.
  • Firmware-Update zum Schluss. Eine frisch ausgepackte Box sollte gleich auf die aktuelle FRITZ!OS-Version aktualisiert werden, das schließt Sicherheitslücken.

Was du brauchst

Bevor du loslegst, leg dir drei Dinge zurecht. Erstens die Fritz!Box selbst mit Netzteil und den beiliegenden Kabeln. AVM legt je nach Modell ein graues DSL-Kabel und ein gelbes Netzwerkkabel bei, beide brauchst du gleich. Zweitens die Zugangsdaten deines Internetanbieters. Bei DSL- und Glasfaseranschlüssen sind das je nach Tarif ein Benutzername und ein Kennwort; bei vielen großen Anbietern entfällt die Eingabe, weil der Assistent den Anschluss selbst erkennt (AVM, Anleitungen für verschiedene Anbieter). Drittens ein Gerät zum Einrichten, idealerweise ein Computer mit Netzwerkanschluss. Über ein Netzwerkkabel klappt die Verbindung ohne Konfiguration am Rechner, alternativ geht es auch per WLAN oder vom Smartphone aus (heise, neue Fritzbox einrichten).

Wenn du noch nicht sicher bist, welche Anschlussart du überhaupt hast und ob deine Box dazu passt, klär das zuerst im Ratgeber Welche Fritz!Box für welchen Anschluss. Eine DSL-Box läuft nicht am Kabelanschluss und umgekehrt, deshalb lohnt der kurze Check vor dem Auspacken.

Schritt für Schritt

1. Fritz!Box anschließen

Wie du verkabelst, hängt vom Anschluss ab.

  • DSL-Anschluss. Steck das graue DSL-Kabel in die Buchse DSL/TEL an der Fritz!Box und das andere Ende in die mit einem grauen Punkt markierte Buchse der TAE-Telefondose (AVM, DSL-Anschluss einrichten). Ein separater Splitter ist bei aktuellen Anschlüssen nicht mehr nötig.
  • Kabelanschluss. Hat deine Box ein eingebautes Kabelmodem (Cable-Modell), schraubst du das Koaxialkabel an den Cable-Anschluss der Box und an die Multimediadose (AVM, Kabelanschluss einrichten). Hängst du eine DSL- oder WLAN-Box hinter ein vorhandenes Kabelmodem, verbindest du das gelbe Netzwerkkabel vom Modem mit dem LAN1-Anschluss der Box.
  • Glasfaseranschluss. Wenn das Glasfasermodem (ONT) getrennt an der Wand sitzt, führt das gelbe Netzwerkkabel vom Modem in den WAN-Anschluss der Fritz!Box. Modelle mit eingebautem Glasfasermodem werden direkt am Fiber-Anschluss verbunden.

Danach steckst du das Netzteil ein. Lass der Box rund fünf Minuten Zeit zum Hochfahren, bis die Leuchten ruhig stehen (heise, neue Fritzbox einrichten). Verbinde dann deinen Computer per Netzwerkkabel mit einem der LAN-Anschlüsse oder per WLAN. Den vorläufigen WLAN-Namen und den Schlüssel für die erste Verbindung findest du auf dem Aufkleber auf der Unterseite der Box.

2. Oberfläche aufrufen und Kennwort setzen

  1. Öffne einen Browser und gib in die Adresszeile `fritz.box` ein. Es erscheint die Einrichtungsoberfläche der Fritz!Box.
  2. Melde dich an. Bei neueren Modellen steht das voreingestellte Fritz!Box-Kennwort auf dem Geräteaufkleber, bei der ersten Einrichtung legst du es selbst fest.
  3. Vergib ein sicheres Fritz!Box-Kennwort. heise empfiehlt 12 bis 16 zufällig gemischte Zeichen aus Klein- und Großbuchstaben sowie Ziffern (heise, Grundeinrichtung). Dieses Kennwort schützt nur die Oberfläche, nicht das WLAN.

3. Einrichtungsassistent: Internetzugang

Nach der Anmeldung startet der Einrichtungsassistent automatisch. Sollte er nicht erscheinen, findest du ihn später unter Assistenten und Internetzugang einrichten.

  1. Wähle deinen Internetanbieter aus der Liste. Bei vielen großen Anbietern hinterlegt der Assistent die passenden Einstellungen selbst.
  2. Trag bei Bedarf die Zugangsdaten ein, die du vom Anbieter bekommen hast. Ist dein Tarif voreingestellt, überspringt der Assistent diesen Schritt.
  3. Lass den Assistenten die Verbindung prüfen. Meldet er, dass der Internetzugang steht, ist der wichtigste Teil geschafft.

4. WLAN-Name und Passwort festlegen

  1. Vergib einen eigenen WLAN-Namen (SSID), an dem du dein Netz später wiedererkennst.
  2. Setz einen eigenen WLAN-Schlüssel. heise rät ausdrücklich, den werkseitigen Schlüssel zu ändern, damit du die Kontrolle über deinen Anschluss behältst (heise, Grundeinrichtung). Auch hier gilt: lang und gemischt.
  3. Notier dir Name und Schlüssel oder nutz den QR-Code der Box, mit dem sich Smartphones ohne Tippen verbinden.

5. Telefonie einrichten (optional)

Wenn du über die Fritz!Box telefonieren willst, fragt der Assistent im Anschluss die Telefonie-Daten ab. Bei den meisten Anbietern läuft das heute über die normalen Internet-Zugangsdaten, eine separate Rufnummern-Anmeldung ist oft nicht mehr nötig. Steck dein Telefon in die FON-Buchse oder verbinde ein DECT-Telefon kabellos und folge den Schritten. Brauchst du keine Festnetztelefonie, kannst du diesen Punkt überspringen und später nachholen.

6. Firmware-Update durchführen

Zum Abschluss prüft die Box, ob beim Hersteller eine neue Version des Betriebssystems FRITZ!OS bereitliegt. Bei frisch ausgepackten Geräten ist das fast immer der Fall. Lass das Update unbedingt installieren, denn damit werden regelmäßig Sicherheitslücken geschlossen (heise, Grundeinrichtung). Während des Updates startet die Box neu, das ist normal.

Häufige Stolpersteine

  • fritz.box wird nicht gefunden. Prüf, ob dein Computer wirklich mit der Box verbunden ist, per Kabel an einem LAN-Anschluss oder im richtigen WLAN. Hilfsweise erreichst du die Oberfläche über die feste Adresse `192.168.178.1`.
  • Falsches Kabel im falschen Anschluss. Der häufigste Fehler. Grau gehört bei DSL in DSL/TEL, das gelbe Netzwerkkabel verbindet ein vorhandenes Modem mit LAN1 oder WAN. Steckt das DSL-Kabel versehentlich in einen LAN-Port, kommt keine Verbindung zustande.
  • Kein Internet trotz korrekter Verkabelung. Bei Kabel- und Glasfaseranschlüssen muss die Box manchmal erst beim Anbieter registriert oder freigeschaltet werden, was einige Minuten dauern kann (AVM, Kabelanschluss einrichten). Gib der Box Zeit, bevor du an den Einstellungen zweifelst.
  • Zugangsdaten abgelehnt. Achte auf Groß- und Kleinschreibung und darauf, ob der Benutzername wirklich vollständig ist. Bei vielen Anbietern brauchst du gar keine Daten, dann lass die Felder, wie der Assistent sie vorgibt.
  • WLAN-Schlüssel vergessen. Bis du einen eigenen vergeben hast, gilt der Schlüssel vom Aufkleber. Steht der nicht mehr zur Hand, kommst du über ein per Kabel verbundenes Gerät jederzeit an die Einstellungen.

WLAN ausreizen

Die Grundeinrichtung sorgt dafür, dass das WLAN funktioniert, nicht dafür, dass es optimal funktioniert. Standort der Box, Funkkanal und die Frequenzbänder 2,4 und 5 GHz machen in der Praxis einen großen Unterschied für Reichweite und Tempo. Wie du diese Stellschrauben nutzt und tote Ecken in der Wohnung beseitigst, steht im Ratgeber Fritz!Box-WLAN optimieren.

Häufige Fragen

Wie rufe ich die Fritz!Box-Oberfläche auf?

Gib im Browser `fritz.box` ein. Funktioniert das nicht, erreichst du die Box über die feste Adresse `192.168.178.1`. Beides setzt voraus, dass dein Gerät per Kabel oder WLAN mit der Box verbunden ist.

Brauche ich für die Einrichtung Zugangsdaten vom Anbieter?

Nicht immer. Bei DSL- und Glasfaseranschlüssen kann ein Benutzername und Kennwort nötig sein, bei vielen großen Anbietern erkennt der Einrichtungsassistent den Tarif aber automatisch und richtet den Internetzugang ohne Eingabe ein. Halte den Willkommensbrief trotzdem bereit.

Worin unterscheiden sich Fritz!Box-Kennwort und WLAN-Schlüssel?

Das Fritz!Box-Kennwort schützt den Zugang zur Einrichtungsoberfläche unter fritz.box. Der WLAN-Schlüssel ist das Passwort, mit dem sich Geräte ins Funknetz einwählen. Das sind zwei getrennte Passwörter, beide solltest du selbst und sicher vergeben.

Muss ich das Firmware-Update wirklich installieren?

Ja. FRITZ!OS-Updates schließen Sicherheitslücken und bringen Verbesserungen. Eine frisch ausgepackte Box hat oft eine ältere Version, deshalb solltest du das angebotene Update gleich bei der Ersteinrichtung einspielen.

Kann ich eine generalüberholte Fritz!Box genauso einrichten?

Ja, die Ersteinrichtung läuft identisch ab. Setz eine gebraucht gekaufte Box vor dem Start sicherheitshalber auf Werkseinstellungen zurück, damit keine alten Einstellungen oder Passwörter übrig sind, und spiel danach das aktuelle FRITZ!OS ein. Geprüfte, generalüberholte Fritz!Box-Modelle und weitere AVM-WLAN-Router findest du bei talk-point neu und geprüft gebraucht.

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