Sichere Handy-PIN wählen: die richtige Bildschirmsperre für iPhone und Android

Sichere Handy-PIN wählen: die richtige Bildschirmsperre für iPhone und Android

Auf deinem Handy steckt heute fast alles: Nachrichten, Fotos, Banking-App, gespeicherte Passwörter, der Zugang zu deinem Mail-Postfach. Die einzige Wand zwischen all dem und einer fremden Hand ist die Bildschirmsperre. Und die ist nur so gut wie die PIN, die du dafür wählst. Eine „1234" oder dein Geburtstag sind in Sekunden geraten. Eine durchdachte PIN richtest du einmal in wenigen Minuten ein und sie schützt dich danach jeden Tag. Diese Anleitung zeigt dir, was eine gute Sperre ausmacht und wie du sie auf iPhone, Samsung Galaxy und Google Pixel einrichtest. Die Empfehlungen orientieren sich am Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Talkis Tipp. Nimm keine vierstellige PIN, wenn dein Handy auch sechs Stellen anbietet. Zwei zusätzliche Ziffern bremsen dich beim Entsperren kaum spürbar, machen das Erraten aber um ein Vielfaches schwerer. Und lass Geburtsdaten, Postleitzahlen und Muster wie „2580" (die Mittelspalte der Tastatur) außen vor. Genau solche „logischen Abfolgen" nennt das BSI als Erstes, wenn es ums Vermeiden geht. — Talki, dein Berater

Das Wichtigste in Kürze

  • Bildschirmsperre immer aktiv lassen. Das BSI empfiehlt, die Sperre des Telefons stets eingeschaltet zu halten. Ohne Sperre nützt die beste PIN nichts.
  • Lieber sechs Stellen als vier. Beide Systeme lassen mindestens vier Ziffern zu, Android und iOS empfehlen sechs. Je länger die PIN, desto mehr Schutz.
  • Keine ratbaren Kombinationen. Kein „1234", kein „0000", kein Geburtstag, keine logische Reihe und keine Wiederholung derselben Ziffer.
  • Das Muster ist die schwächste Wahl. Wischspuren auf dem Display können das Muster verraten. Eine PIN oder ein Passwort ist sicherer.
  • Biometrie ergänzt die PIN, ersetzt sie nicht. Fingerabdruck und Gesichtserkennung sind bequem, die PIN bleibt der Rückfallweg und muss deshalb selbst stark sein.
  • Die SIM-PIN nicht vergessen. Sie ist eine zweite, separate Sperre, damit deine SIM-Karte nicht einfach in einem anderen Gerät weiterläuft.

Was eine gute PIN ausmacht

Das BSI nennt zwei klare Grundregeln. Erstens: Ersetze die vom Hersteller oder Anbieter voreingestellten Codes durch eine eigene Kombination. Zweitens: Vermeide Zahlenfolgen, die leicht zu erraten sind, sowie logische Abfolgen wie „12345" und Geburtstage. In die gleiche Kategorie gehören die Wiederholung einer einzigen Ziffer wie „0000" und die klassische „1234".

Bei der Länge ziehen iPhone und Android an einem Strang. Android verlangt mindestens vier Ziffern und empfiehlt für erhöhte Sicherheit ausdrücklich sechs. Beim iPhone ist der sechsstellige Zahlencode seit Jahren die Voreinstellung, vier Stellen gelten dort als die unsicherste Option. Die Faustregel: Je länger die PIN, desto größer der Schutz. Wer mehr will, wählt einen längeren, frei wählbaren Zahlencode oder ein Passwort aus Buchstaben und Ziffern.

Wähle deine Ziffern möglichst zufällig. Sobald eine PIN eine Bedeutung hat, die jemand kennen oder herausfinden könnte, wird sie ratbar: das Jahr deiner Geburt, das deines Kindes, die letzten Stellen deiner Telefonnummer. Denk dir stattdessen eine Zahl aus, die für dich einprägsam, für andere aber nicht ableitbar ist.

Warum das Muster die schwächste Sperre ist

Das Wischmuster wirkt bequem, hat aber eine bekannte Schwäche. Deine Finger hinterlassen Wischspuren auf dem Glas, und die zeichnen den Weg des Musters oft deutlich nach. Das BSI rät deshalb, den Bildschirm regelmäßig zu reinigen, damit die Spuren das Muster nicht verraten. Noch besser: Nimm gleich eine PIN oder ein Passwort. Beides lässt sich nicht so leicht von der Displayoberfläche ablesen.

Biometrie richtig einordnen

Fingerabdruck und Gesichtserkennung entsperren dein Handy in einem Augenblick, und das BSI beschreibt sie als die bequeme Variante. Wichtig ist, wie du sie einordnest: Biometrie ist eine Abkürzung zur Entsperrung, keine eigene Sperre. Auf iPhone und Android musst du zuerst eine PIN oder ein Passwort einrichten, bevor du Face ID, Touch ID oder den Fingerabdrucksensor aktivieren kannst. Und in bestimmten Momenten fragt das Gerät wieder nach dem Code: nach einem Neustart, nach längerer Nichtnutzung oder wenn die Erkennung mehrfach scheitert. Dann trägt deine PIN die ganze Last, eine schwache PIN hinter einem starken Fingerabdruck bleibt eine schwache Sperre. Wie die Verfahren technisch funktionieren, erklärt der Ratgeber Wie funktioniert Face ID und der Fingerabdrucksensor.

So richtest du die Sperre ein

Die Menüs unterscheiden sich je nach System und Version. Hier die aktuellen Wege. Wenn eine Bezeichnung bei dir leicht abweicht, such im Einstellungen-Suchfeld nach „Sperre" oder „Code".

iPhone. Öffne Einstellungen und tippe auf „Face ID & Code" (bei älteren Modellen „Touch ID & Code"). Tippe auf „Code ändern" oder, falls noch keine Sperre aktiv ist, auf „Code aktivieren". Über „Codeoptionen" wählst du das Format: „4-stelliger Zahlencode", der voreingestellte sechsstellige Code, „Eigener numerischer Code" für eine längere Ziffern-PIN oder „Eigener alphanumerischer Code" für ein echtes Passwort. Nimm mindestens den sechsstelligen Code. Danach kannst du im selben Menü Face ID oder Touch ID einrichten.

Google Pixel und Android. Öffne Einstellungen und gehe zu „Sicherheit" beziehungsweise „Sicherheit und Datenschutz". Tippe auf „Displaysperre" (auf manchen Geräten „Gerätesperre"). Wähle „PIN" und gib mindestens vier Ziffern ein, besser sechs. Anschließend kannst du unter demselben Punkt einen Fingerabdruck oder die Gesichtsentsperrung hinzufügen.

Samsung Galaxy. Öffne Einstellungen und tippe auf „Sperrbildschirm". Unter „Sperrbildschirmtyp" wählst du „PIN" und legst die Ziffernfolge fest. Über denselben Bereich richtest du danach Fingerabdruck oder Gesichtserkennung ein.

Die SIM-PIN nicht vergessen

Die Bildschirmsperre schützt das Gerät. Die SIM-PIN schützt deine SIM-Karte. Das BSI empfiehlt ausdrücklich, beide aktiviert zu lassen. Ohne SIM-PIN könnte jemand deine Karte in ein anderes Handy stecken und darüber Anrufe führen oder SMS empfangen, etwa Codes zur Anmeldung. Das gehört zu den Bausteinen, mit denen du dich auch gegen SIM-Swapping wappnest, das wir separat im Ratgeber Schutz vor SIM-Swapping behandeln.

  • iPhone: Einstellungen, dann „Mobilfunk", dann „SIM-PIN".
  • Android: Einstellungen, dann „Sicherheit und Datenschutz", dann in den weiteren Sicherheitseinstellungen die „SIM-Sperre".

Ein wichtiger Hinweis: Die SIM-PIN ist nicht die vier Ziffern von der Rückseite deiner Bildschirmsperre. Es ist der Code, den du mit deiner SIM-Karte erhalten hast. Nach drei Fehlversuchen sperrt sich die Karte und lässt sich nur noch mit der längeren PUK entsperren, die ebenfalls beim Kartenmaterial deines Anbieters liegt. Ändere die voreingestellte SIM-PIN am besten in eine eigene, aber notiere sie an einem sicheren Ort.

Blick über die Schulter

So gut deine PIN auch ist, sie hilft nichts, wenn jemand daneben steht und mittippt. Das BSI rät, bei der Eingabe auf Sichtschutz zu achten, damit niemand deine Kombination ausspähen kann. In der Bahn oder an der Kasse lohnt es sich, das Display kurz mit der Hand abzuschirmen. Hier spielt Biometrie ihre Stärke aus: Ein Fingerabdruck lässt sich nicht über die Schulter ablesen.

Beim gebrauchten oder neuen Handy von Anfang an

Wenn du ein Gerät neu einrichtest, ist der Moment für eine gute Sperre ideal, weil du ohnehin durch die Einrichtung gehst. Das gilt für ein fabrikneues genauso wie für ein generalüberholtes Smartphone. Bei unseren generalüberholten Geräten wird jedes Handy im Haus geprüft und vollständig zurückgesetzt, du startest also mit einem sauberen, gerätefremden Zustand und richtest deine eigene PIN als Erstes ein. Umgekehrt gilt: Bevor du ein altes Handy weitergibst, gehört es sicher gelöscht, damit deine Sperre und deine Daten nicht mitwandern. Wie das sauber geht, steht im Ratgeber Daten vor dem Verkauf sicher löschen. Wenn du dich nach einem geprüften Gerät umsehen willst, findest du die Auswahl im Smartphone-Sortiment.

Talkis Empfehlung

Halte es einfach und konsequent. Nimm eine sechsstellige, zufällige PIN ohne Bezug zu deinem Leben, lass die Bildschirmsperre und die SIM-PIN dauerhaft aktiviert und leg Fingerabdruck oder Gesichtserkennung obendrauf, damit der Alltag bequem bleibt. Das Muster lässt du besser weg. Diese Kombination ist in wenigen Minuten eingerichtet und deckt genau das ab, was das BSI empfiehlt. Für die Konten hinter den Apps ergänzt du das Ganze idealerweise mit starken, einzigartigen Passwörtern, die wir im Ratgeber Sichere Passwörter erstellen durchgehen, und mit der Zwei-Faktor-Authentifizierung.

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Häufige Fragen

Wie viele Stellen sollte eine sichere Handy-PIN haben? Vier ist das Minimum, das beide Systeme zulassen, sechs ist die Empfehlung von Android und die Voreinstellung beim iPhone. Als Faustregel gilt: Je länger die PIN, desto mehr Schutz. Wer mehr will, wählt eine längere Ziffernfolge oder ein Passwort aus Buchstaben und Ziffern.

Welche PINs sollte ich auf keinen Fall nehmen? Alles, was leicht zu erraten oder abzuleiten ist: „1234", „0000", die Wiederholung einer Ziffer, logische Reihen, Muster auf der Tastatur wie „2580" sowie Geburtsdaten und Telefonnummern. Das BSI nennt genau solche logischen Abfolgen und Geburtstage als zu vermeiden.

Ist ein Wischmuster sicher genug? Es ist die schwächste der gängigen Sperren. Deine Wischspuren auf dem Glas können das Muster verraten. Reinige das Display regelmäßig, wenn du beim Muster bleibst, besser aber wählst du eine PIN oder ein Passwort.

Reicht Fingerabdruck oder Gesichtserkennung als alleinige Sperre? Nein, denn beide setzen ohnehin eine PIN oder ein Passwort voraus, und das Gerät fragt in bestimmten Situationen wieder danach, etwa nach einem Neustart. Biometrie ist die bequeme Abkürzung, die PIN dahinter muss trotzdem stark sein.

Was ist der Unterschied zwischen Bildschirmsperre und SIM-PIN? Die Bildschirmsperre schützt den Zugang zum Gerät, die SIM-PIN schützt die SIM-Karte selbst. Ohne SIM-PIN könnte jemand die Karte in einem anderen Handy nutzen. Beide sollten aktiviert sein, es sind zwei verschiedene Codes.

Sollte ich meine PIN regelmäßig ändern? Ein starrer Wechselrhythmus ist nicht nötig. Ändere die PIN, wenn du den Verdacht hast, dass jemand sie gesehen hat, oder wenn du ein gebrauchtes Gerät übernimmst. Wichtiger als häufiges Wechseln ist eine von Anfang an nicht ratbare Kombination.

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