Tablet kaufen: worauf du achten solltest

Tablet kaufen: worauf du achten solltest

Ein Tablet klingt erst mal einfach: großer Bildschirm, ein bisschen surfen, Videos, vielleicht ein Buch lesen. Sobald du im Laden oder im Shop stehst, prasseln dann aber Betriebssysteme, Zollangaben, Speichergrößen und LTE-Varianten auf dich ein. Dieser Ratgeber sortiert die Entscheidung nach den Fragen, die wirklich zählen: iPad oder Android, welche Größe, wie viel Speicher, WLAN oder Mobilfunk und ob du Stift und Tastatur brauchst. Am Ende weißt du, welches Tablet zu deinem Alltag passt, ohne dass du für Dinge zahlst, die du nie nutzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die erste Weiche ist das Betriebssystem: iPadOS (iPad), Android (Samsung, Xiaomi und andere) oder Windows (Surface). Danach richtet sich fast alles Weitere.
  • Bei der Größe gibt es grob drei Klassen: rund 8 Zoll kompakt für unterwegs, rund 11 Zoll als Standard für fast alles, rund 13 Zoll groß für Arbeit und geteilten Bildschirm.
  • Speicher lässt sich beim iPad nicht erweitern, es hat keinen microSD-Slot. Viele Android-Tablets haben einen microSD-Slot und lassen sich so nachträglich aufstocken.
  • Ein Cellular-Modell (LTE/5G) bringt einen SIM-Slot fürs mobile Internet mit. Ohne diese Ausstattung geht das Tablet nur per WLAN ins Netz.
  • Stift und Tastatur sind fast immer Zubehör und nicht im Lieferumfang. Prüfe vor dem Kauf, welcher Stift zu deinem Modell passt.
  • Achte auf die Update-Versorgung: Wie lange bekommt das Modell noch neue Systemversionen und Sicherheitsupdates?

Erste Entscheidung: iPadOS, Android oder Windows

Das Betriebssystem legt fest, wie sich das Tablet anfühlt, welche Apps laufen und wie gut es mit deinen anderen Geräten zusammenspielt. Drei Welten stehen zur Wahl.

iPadOS läuft nur auf dem iPad. Die App-Auswahl für Tablets ist hier am größten, viele Programme sind eigens für den großen Bildschirm gebaut. Wenn du schon ein iPhone oder einen Mac hast, greifen Fotos, Nachrichten und Notizen nahtlos ineinander. Das ist der einfachste Einstieg, wenn du wenig Lust auf Einstellungen hast und ein Gerät willst, das einfach funktioniert. Eine Übersicht über die einzelnen iPad-Modelle findest du im Ratgeber welches iPad kaufen.

Android ist die offenere Welt. Hier gibt es Tablets von vielen Herstellern, von kompakt bis groß, mit mehr Freiheit bei Dateiverwaltung und Standard-Apps. Samsung ist die bekannteste Marke, dazu kommen Xiaomi, Lenovo und andere. Android passt gut, wenn du bereits ein Android-Handy nutzt oder Wert auf einen microSD-Slot und viele Ausstattungsvarianten legst. Das gleiche Marken-Denken wie beim Handy gilt hier übrigens auch, dazu lohnt der Blick in welche Smartphone-Marke passt zu dir.

Windows steckt vor allem in Microsofts Surface-Geräten und einigen Konvertibeln. Das ist streng genommen ein vollwertiger PC in Tablet-Form. Sinnvoll ist das nur, wenn du echte Desktop-Programme brauchst, etwa eine bestimmte Bürosoftware, die es als App nicht gibt. Für Surfen, Streaming, Lesen und die meisten Alltagsaufgaben ist Windows auf dem Tablet eher schwerfällig. Für die klassische Tablet-Nutzung landen die meisten daher bei iPadOS oder Android.

Displaygröße: kompakt, Standard oder groß

Die Bildschirmgröße wird in Zoll angegeben, also der Diagonale des Displays. Drei Klassen decken fast alle Bedürfnisse ab.

Rund 8 Zoll (kompakt). Ein kleines Tablet wie das iPad mini mit seinem 8,3-Zoll-Display liegt leicht in einer Hand und passt in eine Jackentasche. Ideal zum Lesen, für unterwegs, im Zug oder als Zweitgerät. Zum längeren Tippen oder für geteilte Bildschirme ist die Fläche knapp.

Rund 11 Zoll (Standard). Das ist die Allrounder-Größe. Das reguläre iPad und die 11-Zoll-Varianten von iPad Air und iPad Pro liegen hier, ebenso die meisten mittleren Android-Tablets. Groß genug für Filme, Websites und leichtes Arbeiten, immer noch handlich genug fürs Sofa. Wenn du unsicher bist, liegst du mit dieser Klasse selten falsch.

Rund 13 Zoll (groß). iPad Air und iPad Pro gibt es auch mit rund 13 Zoll, bei Samsung reicht die Tab-S-Reihe bis in ähnliche Größen. Ein großes Display lohnt sich, wenn du zwei Apps nebeneinander nutzt, viel schreibst oder zeichnest oder das Tablet als kleinen Laptop-Ersatz mit Tastatur einsetzt. Der Preis dafür sind mehr Gewicht und weniger Handlichkeit auf dem Sofa.

Speicher: warum der iPad-Punkt so wichtig ist

Der interne Speicher bestimmt, wie viele Apps, Fotos, Videos und Offline-Inhalte auf das Tablet passen. Hier gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen den Welten.

Das iPad hat keinen microSD-Slot. Der Speicher, den du beim Kauf wählst, ist für die gesamte Lebensdauer festgelegt und lässt sich nicht mit einer Karte erweitern. Wenn du beim iPad zur kleinsten Variante greifst und später viele Fotos, Serien oder große Apps sammelst, wird es eng. Plane den Speicher beim iPad also lieber etwas großzügiger, als du im ersten Moment denkst.

Viele Android-Tablets haben dagegen einen microSD-Slot. Bei Samsung lässt sich der Speicher je nach Modell mit einer Karte deutlich aufstocken, laut Hersteller bis zu 1 oder sogar 2 Terabyte, je nach Gerät (siehe Quellen). Das nimmt dem Speicherthema beim Kauf viel Druck: Du startest mit dem internen Speicher und legst später eine Karte nach. Welche Karte in welches Gerät passt und worauf du bei der Geschwindigkeit achtest, steht im Ratgeber welche Speicherkarte.

Als grobe Orientierung: Für reines Surfen, Mails und Streaming reicht wenig Speicher, weil die Inhalte aus dem Netz kommen. Wer Filme offline mitnimmt, viel fotografiert oder größere Spiele installiert, sollte mehr einplanen, beim iPad umso mehr, weil dort nichts nachrüstbar ist.

WLAN oder Cellular: brauchst du mobiles Internet?

Tablets gibt es in zwei Varianten. Die reine WLAN-Version geht nur über ein Funknetz ins Internet, zu Hause, im Büro oder im Café. Die Cellular-Version (auch LTE oder 5G genannt) hat zusätzlich einen SIM-Slot oder eine eSIM und kann überall mobil ins Netz, genau wie ein Handy.

Für die meisten reicht die WLAN-Variante. Unterwegs kannst du das Tablet über den WLAN-Hotspot deines Handys mitversorgen, das kostet nichts extra und reicht für gelegentliche Nutzung locker. Ein Cellular-Tablet lohnt sich, wenn du oft und zuverlässig unterwegs online sein musst, ohne erst den Hotspot am Handy zu starten, etwa im Außendienst, auf Reisen oder wenn das Tablet dein Hauptgerät für unterwegs ist.

Wie du eine SIM oder eSIM im Tablet einrichtest und worauf du beim Tarif achtest, erklärt der Ratgeber Tablet mit SIM oder eSIM. Wenn du gezielt nach Geräten ohne Vertragsbindung suchst, wirst du in der Auswahl der Tablets ohne Vertrag fündig. Und wenn du bei der Tarif- und SIM-Frage lieber persönlich beraten werden willst, schau im TP Store in Eilenburg vorbei, dort richten wir das gemeinsam ein.

Stift und Tastatur: aus dem Tablet wird ein Werkzeug

Ein Tablet kann mehr sein als ein Bildschirm zum Konsumieren. Mit Stift und Tastatur wird daraus ein Gerät zum Schreiben, Zeichnen und Notieren. Beides ist fast immer Zubehör und liegt nicht bei.

Der Stift eignet sich für handschriftliche Notizen, Skizzen und präzise Bedienung. Wichtig ist die Kompatibilität: Nicht jeder Stift passt zu jedem Tablet. Beim iPad hängt es vom Modell ab, welcher Apple Pencil funktioniert, das reicht vom Apple Pencil der ersten Generation bis zu den neueren Varianten mit USB-C und dem Apple Pencil Pro (siehe Apple-Support in den Quellen). Bei Samsung liegt der S Pen bei einigen Tab-S-Modellen sogar bei. Welcher Stift zu welchem Gerät passt und worauf du achten solltest, klärt der Ratgeber Eingabestift fürs Tablet. Passende Modelle findest du in der Auswahl der Eingabestifte.

Die Tastatur macht aus dem Tablet einen kleinen Laptop-Ersatz für längere Texte und E-Mails. Es gibt Hüllen mit fest verbauter Tastatur und separate Funktastaturen. Achte darauf, dass die Tastatur zu deiner Tablet-Größe und zum Anschluss passt. Details dazu stehen im Ratgeber Tastatur fürs Tablet, Modelle in der Auswahl der Tablet-Tastaturen. Denk beim Kauf gleich an eine passende Tablet-Hülle mit, sie schützt das Gerät und dient oft auch als Aufsteller.

Display-Qualität: LCD, OLED und Bildwiederholrate

Zwei technische Punkte trennen ein durchschnittliches von einem sehr guten Display.

LCD gegen OLED. Die meisten günstigeren und mittleren Tablets nutzen ein LCD-Display, das solide und hell ist. Höherwertige Modelle setzen auf OLED, das sattere Farben und echtes Schwarz liefert, weil einzelne Bildpunkte komplett abschalten. Beim iPad steckt die Tandem-OLED-Technik in den aktuellen iPad-Pro-Modellen. Wie OLED technisch funktioniert und wo der Unterschied im Alltag sichtbar wird, erklärt der Ratgeber wie funktioniert ein OLED-Display.

Bildwiederholrate. Sie wird in Hertz angegeben und sagt, wie oft das Bild pro Sekunde neu aufgebaut wird. 60 Hertz sind Standard und für die meisten völlig in Ordnung. Höhere Werte wie 120 Hertz lassen Scrollen und Animationen flüssiger wirken und helfen beim Zeichnen mit dem Stift. Ob dir das den Aufpreis wert ist, hängt von deinem Auge und deiner Nutzung ab. Was hinter der Zahl steckt, liest du im Ratgeber Hertz und Bildwiederholrate erklärt.

Update-Versorgung: wie lange bleibt das Tablet aktuell

Ein Tablet nutzt du oft mehrere Jahre. Deshalb lohnt der Blick, wie lange der Hersteller neue Systemversionen und Sicherheitsupdates liefert. Apple versorgt iPads traditionell viele Jahre mit neuen iPadOS-Versionen. Samsung hat seine Zusagen bei den Galaxy-Tab-Modellen deutlich ausgebaut, von mehreren Android-Generationen bis zu langen Zeiträumen für Sicherheitsupdates bei neueren Serien (siehe Quellen). Auch die Verbraucherzentrale nennt eine lange Update-Versorgung als wichtiges Kaufkriterium, weil ein Gerät ohne Updates mit der Zeit unsicher wird (siehe Quellen). Frag also vor dem Kauf konkret nach, bis wann das Wunschmodell noch Updates bekommt.

Generalüberholt als Option

Ein Tablet muss nicht fabrikneu sein, um gut zu sein. Ein generalüberholtes Gerät wurde im Haus geöffnet, auf Funktion und Optik geprüft und wieder in einen einwandfreien Zustand gebracht. Für viele Modelle ist das eine sinnvolle Alternative, gerade wenn du ein größeres oder besser ausgestattetes Tablet ins Auge gefasst hast, das dir neu zu viel ist. Der Funktionsumfang bleibt derselbe, iPadOS oder Android starten genauso, und auch Stift und Tastatur lassen sich ganz normal nutzen. Wie ein solches Gerät geprüft wird und worauf du beim Zustand achtest, steht im Ratgeber refurbished Tablet kaufen. Fündig wirst du in der Auswahl der generalüberholten Tablets.

Häufige Fragen

iPad oder Android, was ist besser? Es gibt kein pauschal besseres System, es kommt auf dich an. Das iPad hat die größte Auswahl an tabletoptimierten Apps und arbeitet nahtlos mit iPhone und Mac zusammen. Android ist offener, gibt es in mehr Varianten und Größen und bietet bei vielen Modellen einen microSD-Slot. Nutzt du schon ein iPhone, liegt das iPad nahe, hast du ein Android-Handy, spricht viel für ein Android-Tablet. Ein Überblick über alle Apple-Tablets und Samsung-Tablets hilft beim Vergleich.

Welche Tablet-Größe soll ich nehmen? Für die meisten ist rund 11 Zoll die beste Wahl, groß genug für fast alles und noch handlich. Rund 8 Zoll passt, wenn du das Tablet vor allem unterwegs und zum Lesen nutzt. Rund 13 Zoll lohnt sich, wenn du viel schreibst, zwei Apps nebeneinander nutzt oder das Tablet als Laptop-Ersatz einsetzt.

Kann ich den Speicher beim iPad erweitern? Nein. Das iPad hat keinen microSD-Slot, der Speicher ist beim Kauf festgelegt. Plane hier lieber etwas mehr ein. Viele Android-Tablets haben dagegen einen Kartenslot und lassen sich nachträglich aufstocken.

Brauche ich ein Tablet mit LTE oder reicht WLAN? Für die meisten reicht die WLAN-Variante, unterwegs kannst du das Tablet über den Hotspot deines Handys mitnutzen. Ein Modell mit LTE oder 5G lohnt sich, wenn du oft und ohne Umweg mobil online sein musst.

Ist ein Stift beim Tablet dabei? Meistens nicht. Bei einigen Samsung-Tab-S-Modellen liegt der S Pen bei, sonst ist der Stift Zubehör. Achte auf die Kompatibilität, nicht jeder Stift passt zu jedem Gerät.

Lohnt sich ein generalüberholtes Tablet? Ja, wenn du ein geprüftes Gerät möchtest und Wert auf ein größeres oder besser ausgestattetes Modell legst. Funktion und Software sind identisch, das Gerät wurde vor dem Verkauf im Haus kontrolliert.

Fazit: erst das System, dann die Ausstattung

Ein Tablet zu kaufen wird einfach, wenn du der Reihe nach entscheidest. Zuerst das Betriebssystem: iPadOS, Android oder in Sonderfällen Windows, meist entlang der Geräte, die du schon hast. Dann die Größe, wobei rund 11 Zoll für die meisten die sicherste Wahl ist. Beim Speicher gilt: Am iPad großzügig planen, weil nichts nachrüstbar ist, bei Android entspannt der microSD-Slot. WLAN reicht in der Regel, LTE ist etwas für Vielunterwegse. Stift und Tastatur sind Zubehör und machen aus dem Tablet ein Arbeitsgerät, und ein Blick auf die Update-Versorgung schützt vor einem Gerät, das zu früh veraltet.

Ob fabrikneu oder generalüberholt, die Auswahlkriterien bleiben dieselben. Welches Modell zu dir passt, siehst du am besten im direkten Vergleich in der Übersicht aller Tablets.

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Über diesen Ratgeber

Diesen Ratgeber hat Talki zusammengestellt, der digitale Assistent von talk-point. Du hast eine Frage, die hier nicht beantwortet wird, oder brauchst Hilfe bei der Geräteauswahl? Frag Talki — er hilft dir direkt weiter.

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