NAS vom Handy zugreifen: so klappt es mit iPhone und Android

NAS vom Handy zugreifen: so klappt es mit iPhone und Android

Deine NAS steht zuhause, läuft rund um die Uhr und ist voll mit Fotos, Dokumenten und Filmen. Nur kommst du mit dem Handy nicht recht dran. Das liegt daran, dass du eine NAS anders ansprichst als eine externe Festplatte: nicht per USB, sondern über das Netzwerk. Dein Smartphone muss also wissen, wo im Heimnetz sie hängt und mit welchem Passwort es hineindarf. Diese Anleitung zeigt den direkten Weg für iPhone und Android und wie du die typischen Stolperstellen ausräumst. Was eine NAS überhaupt ist, erklärt der Ratgeber Was ist eine NAS?.

Talkis Tipp. Der häufigste Grund, warum die Verbindung nicht klappt, ist banal: Handy und NAS hängen nicht im selben Netz. Viele Router spannen ein separates Gäste-WLAN auf, und Geräte darin sind bewusst voneinander abgeschottet. Verbinde dein Handy mit demselben WLAN, in dem auch die NAS steckt, nicht mit dem Gastzugang. Das löst einen Großteil aller Fälle, bevor du an Einstellungen denkst. — Talki, dein Berater

Das Wichtigste in Kürze

  • Handy und NAS müssen im selben WLAN sein, kein Gästezugang. Das ist die Grundvoraussetzung für den Zugriff von zuhause.
  • iPhone: Die Dateien-App bringt alles mit. Über „Mit Server verbinden" gibst du die Adresse der NAS ein und meldest dich an. Eine Extra-App brauchst du nicht.
  • Android: Auf Samsung-Geräten hat „Eigene Dateien" den Netzwerkspeicher eingebaut. Auf anderen Android-Handys nutzt du die App deines NAS-Herstellers oder einen Dateimanager mit Netzwerk-Funktion.
  • Du brauchst drei Angaben: die Adresse der NAS, einen Benutzernamen und das Passwort. Auf der NAS muss die Freigabe per SMB aktiv sein.
  • Für Fotos lädt die App des NAS-Herstellers neue Aufnahmen automatisch hoch und entlastet den Handyspeicher.
  • Von unterwegs kommst du nur über den Fernzugriff des Herstellers an die NAS, nicht über den Netzwerkweg von zuhause.

Was du vorher brauchst

Bevor du am Handy etwas eintippst, halte drei Dinge bereit. Erstens die Adresse deiner NAS im Netzwerk, entweder ihren Namen im Heimnetz oder ihre IP-Adresse in der Art 192.168.1.20. Beides steht in der Oberfläche der NAS oder in der Geräteliste deines Routers. Zweitens Benutzername und Passwort für ein Konto, das die gewünschten Ordner sehen darf. Drittens muss auf der NAS die Dateifreigabe über SMB aktiv sein, die Sprache, in der Windows, Mac, Android und iPhone mit Netzwerkspeichern reden. Ab Werk ist sie meist schon eingeschaltet.

iPhone und iPad: mit der Dateien-App verbinden

Auf dem iPhone brauchst du keine zusätzliche App. Die Dateien-App kann seit iOS 13 direkt Netzwerkspeicher ansprechen. So gehst du vor:

  • Öffne die Dateien-App und tippe unten rechts auf Durchsuchen.
  • Tippe oben rechts auf das Mehr-Symbol, die drei Punkte über der Liste deiner Speicherorte.
  • Wähle Mit Server verbinden.
  • Gib die Adresse deiner NAS ein, entweder als Namen oder als IP, zum Beispiel `smb://192.168.1.20`. Das Kürzel smb:// davor sagt dem iPhone, welche Sprache es sprechen soll.
  • Wähle Registrierter Benutzer, trage Benutzername und Passwort deiner NAS ein und bestätige. Ist ein Ordner ohne Passwort freigegeben, geht auch Gast.

Danach taucht deine NAS unter Geteilt auf. Von dort blätterst du durch die Ordner wie durch den lokalen Speicher, öffnest Dokumente, spielst Videos ab oder lädst etwas hoch. Ein Detail noch: Die Dateien-App verlangt mindestens SMB in der zweiten Version. Ganz alte NAS, die nur das veraltete SMB1 sprechen, weist das iPhone ab. Steht deine NAS auf SMB1, stell sie in den Einstellungen auf eine neuere Version um.

Android: Samsung „Eigene Dateien" und andere Geräte

Bei Android hängt der Weg vom Hersteller ab, weil sich die Dateimanager unterscheiden.

Auf Samsung-Galaxy-Geräten ist der Zugriff eingebaut. Öffne die App Eigene Dateien, scrolle zu Netzwerkspeicher und tippe auf Netzwerkspeicher hinzufügen. Das Handy sucht das Netz nach Freigaben ab. Findet es deine NAS, wählst du sie aus und meldest dich an. Taucht sie nicht auf, trägst du sie von Hand ein: die Adresse als IP oder Name, Benutzername und Passwort und einen frei wählbaren Anzeigenamen. Danach erscheint sie in „Eigene Dateien" und lässt sich wie ein lokaler Ordner durchblättern.

Auf anderen Android-Handys wie einem Pixel bringt die vorinstallierte Dateien-App diese Netzwerk-Funktion nicht immer mit. Dann führen zwei Wege ans Ziel. Der bequeme ist die kostenlose App deines NAS-Herstellers aus dem Play Store: Sie kennt deine NAS, richtet den Zugriff geführt ein und bietet oft Extras wie den automatischen Foto-Upload. Der allgemeine Weg ist ein Dateimanager mit Unterstützung für Netzwerkspeicher über SMB. Dort legst du eine Netzwerkverbindung an und gibst dieselben drei Angaben ein: Adresse, Benutzername, Passwort.

Fotos automatisch sichern und Medien streamen

Der häufigste Grund, vom Handy auf die NAS zu wollen, sind Fotos. Statt sie einzeln zu kopieren, nimmst du dafür die Foto-App des NAS-Herstellers. Einmal eingerichtet, lädt sie jede neue Aufnahme im Hintergrund hoch und sortiert sie nach Datum, Ort und Personen. Das leert nach und nach deinen Handyspeicher, ohne dass die Bilder in fremden Händen landen. Ist dein Speicher ohnehin ständig voll, hilft der Ratgeber Speicher voll auf dem Smartphone weiter. Auch Filme und Musik von der NAS laufen auf dem Handy, über die Medien-App des Herstellers.

Von unterwegs zugreifen

Alles bisher Beschriebene gilt für zuhause, solange dein Handy im selben WLAN wie die NAS ist. Unterwegs richtest du dafür den Fernzugriffsdienst deines NAS-Herstellers ein, einmal auf der NAS und in der App. Vergib dabei ein starkes Passwort, denn du öffnest einen Weg von außen zu deinen Daten.

Wenn die Verbindung nicht steht

Klappt es nicht auf Anhieb, geh die Ursachen vom Einfachen zum Komplizierten durch. Meistens liegt der Fehler in den ersten Punkten.

  • Selbes Netz? Hängt dein Handy im gleichen WLAN wie die NAS und nicht im Gäste-WLAN? Das ist mit Abstand die häufigste Ursache.
  • Stimmt die Adresse? Bei einem Tippfehler in der IP oder wenn die NAS über den Router eine neue Adresse bekommen hat, geht nichts. Probier statt des Namens die IP-Adresse oder umgekehrt.
  • Stimmen die Zugangsdaten? Benutzername und Passwort müssen zu einem Konto gehören, das den Ordner sehen darf. Groß- und Kleinschreibung zählt.
  • Ist SMB auf der NAS aktiv? Ohne eingeschaltete SMB-Freigabe verbindet sich kein Handy. Und das iPhone verweigert das alte SMB1, stell die NAS dann auf SMB2 oder neuer um.
  • Router trennt die Geräte. Manche WLANs lassen Geräte untereinander nicht sehen. Diese Client-Isolierung schaltest du in den Router-Einstellungen ab.
  • Nur Lesen möglich? Kannst du Dateien öffnen, aber nichts hochladen, fehlen dem Konto die Schreibrechte für den Ordner. Das änderst du in der Nutzerverwaltung der NAS.

Oft übersehen: Damit die aktuellen Apps der NAS-Hersteller laufen, braucht dein Handy ein hinreichend aktuelles Betriebssystem. Sehr alte Geräte bekommen keine App-Updates mehr, und dann bricht der Zugriff mit der Zeit weg. Wie lange dein Modell versorgt wird, steht im Ratgeber Wie lange bekommt mein Handy Updates?.

Talkis Empfehlung

Der Zugriff auf die NAS ist einmal eingerichtet und läuft danach von selbst. Fang mit dem einfachen Weg an: iPhone über die Dateien-App, Samsung über „Eigene Dateien", jedes andere Android über die App deines Herstellers. Steht die Verbindung nicht sofort, hakst du die Liste oben von oben nach unten ab. Für Fotos lohnt sich die automatische Sicherung über die Hersteller-App am meisten. Wenn dein Smartphone dabei an seine Grenzen kommt, weil es keine aktuellen Apps mehr bekommt oder der Speicher ständig voll ist, findest du in unserem Smartphone-Sortiment ein Gerät, das mithält. Frag mich einfach, wenn du unsicher bist, was zu deinem Setup passt.

Smartphones ansehen

Häufige Fragen

Wie greife ich mit dem iPhone auf meine NAS zu? Über die vorinstallierte Dateien-App: Durchsuchen, dann oben rechts die drei Punkte und „Mit Server verbinden". Gib die Adresse mit vorangestelltem smb:// ein, etwa smb://192.168.1.20, und melde dich mit Benutzername und Passwort an. Danach erscheint die NAS unter „Geteilt".

Wie verbinde ich ein Android-Handy mit der NAS? Auf Samsung-Geräten über „Eigene Dateien" und dort „Netzwerkspeicher hinzufügen". Auf anderen Android-Handys über die App deines NAS-Herstellers oder einen Dateimanager mit Netzwerkspeicher-Funktion. In allen Fällen brauchst du Adresse, Benutzername und Passwort.

Warum findet mein Handy die NAS nicht? Fast immer, weil Handy und NAS nicht im selben Netz sind. Prüfe, ob dein Handy im normalen WLAN hängt und nicht im Gäste-WLAN. Hilft das nicht, kontrolliere Adresse und Zugangsdaten und ob auf der NAS die SMB-Freigabe aktiv ist. Manche Router trennen die Geräte im WLAN voneinander, dann schaltest du die Client-Isolierung ab.

Ich kann Dateien öffnen, aber nichts hochladen. Woran liegt das? Dann hat das Konto, mit dem du dich angemeldet hast, für diesen Ordner nur Leserechte. Die Schreibrechte legst du in der Nutzerverwaltung deiner NAS fest. Danach kannst du auch Dateien vom Handy auf die NAS legen.

Weiterlesen

Vorheriger Artikel Warum dein Speicher weniger anzeigt, als draufsteht
z