Waschmaschine reinigen: Trommel, Dichtung, Fach und Flusensieb in Ordnung halten
Eine Waschmaschine wäscht deine Wäsche, aber sie reinigt sich dabei nicht selbst. Wer fast nur kalt wäscht, sammelt mit der Zeit Waschmittelreste, Fett und Ablagerungen in der Maschine, und irgendwann riecht die frische Wäsche muffig, obwohl sie gerade aus der Trommel kommt. Die gute Nachricht: Du bekommst das in wenigen Handgriffen selbst in den Griff, ganz ohne teuren Spezialreiniger. Diese Anleitung gilt für die üblichen Frontlader von Bosch, Siemens, AEG und anderen Marken. Wo sich die Angaben der Hersteller unterscheiden, ist das gekennzeichnet. Am besten arbeitest du die vier Stellen der Reihe nach ab: Trommel, Türdichtung, Waschmittelfach und Flusensieb.
Das Wichtigste in Kürze
- Trommel heiß durchspülen. Etwa alle drei Monate, spätestens bei ersten Gerüchen, einen leeren Waschgang bei hoher Temperatur mit Pulver-Vollwaschmittel laufen lassen. Viele Maschinen haben dafür ein eigenes Trommelreinigungs-Programm.
- Türdichtung auswischen. In der Gummimanschette am Bullauge sammeln sich Flusen, Haare und Wasser. Falten auseinanderziehen und feucht auswischen.
- Waschmittelfach herausnehmen. Die Schublade lässt sich meist entnehmen und unter warmem Wasser ausspülen. Kleine Bürste hilft gegen festgesetzte Reste.
- Flusensieb kontrollieren. Hinter der Klappe unten sitzt das Sieb der Ablaufpumpe. Vorher Strom aus, Wasserzulauf zu, Handtuch unterlegen.
- Geruch kommt vom feuchtwarmen Klima plus Waschmittelresten. Tür und Waschmittelfach nach jedem Waschgang offen lassen, damit alles trocknet.
- Für den Alltag reicht meist niedrige Temperatur. Laut Umweltbundesamt waschen moderne Mittel schon bei 30 Grad gut. Der Heißwaschgang ist die Ausnahme zur Pflege der Maschine, nicht die Regel.
Schritt 1: Die Trommel mit einem Heißwaschgang reinigen
Das ist der wichtigste Handgriff und der, der gegen die meisten Probleme hilft. In der Trommel und im nicht sichtbaren Laugenbehälter dahinter lagern sich Fette aus der Wäsche und Waschmittelreste ab. Bei niedrigen Waschtemperaturen werden die nicht heiß genug gelöst und bilden mit der Zeit einen Belag, in dem sich Bakterien wohlfühlen. Genau das ist die Ursache für die typische Geruchsbildung, so beschreibt es auch AEG: feuchtwarmes Klima in Verbindung mit Waschmittelrückständen.
Dagegen hilft Hitze. So gehen die Hersteller vor:
- Bosch empfiehlt, die Trommel etwa alle drei Monate zu reinigen, und lässt dafür einen Waschgang bei hoher Temperatur laufen.
- Siemens rät zu einem Reinigungs- oder Trommelreinigungs-Programm bei 90 Grad ohne Wäsche, mindestens einmal im Monat einen heißen Waschgang ohne Beladung.
- AEG beschreibt es als Baumwoll-Programm mit maximaler Temperatur und etwas Waschpulver für weiße Wäsche, ebenfalls mindestens einmal im Monat als Pflege-Waschgang.
Der gemeinsame Nenner: leere Trommel, hohe Temperatur, Pulver-Vollwaschmittel (kein Flüssigwaschmittel, kein Colorwaschmittel). Vollwaschmittel in Pulverform enthält Bleichkomponenten, die laut AEG eine desinfizierende Wirkung haben und dem Belag den Nährboden entziehen. Einen gekauften Maschinenreiniger brauchst du dafür in aller Regel nicht, ein Waschgang mit normalem Pulver-Vollwaschmittel tut denselben Dienst.
Hat deine Maschine ein spezielles Trommelreinigungs-Programm, nimm dieses. Bei manchen AEG-Modellen erinnert dich ein Symbol im Display sogar daran, dass wieder eine Trommelreinigung fällig ist.
Schritt 2: Die Türdichtung reinigen
Die Gummimanschette rund um das Bullauge, der sogenannte Faltenbalg, ist die zweite Problemzone. In ihrer unteren Falte steht nach jedem Waschgang Restwasser, dazu sammeln sich Flusen, Haare und manchmal kleine Fremdkörper wie Münzen. Wird das nicht entfernt, setzt sich dort ein dunkler, teils schwarzer Belag fest.
So machst du es sauber:
- Zieh die Gummifalte vorsichtig mit den Fingern auseinander und schau in den Spalt.
- Wisch Flusen und Ablagerungen mit einem feuchten Tuch heraus. Bosch nennt genau diesen Schritt: sämtliche Flusen von den Dichtungen entfernen.
- Bei hartnäckigem Belag ein wenig Pulver-Vollwaschmittel auf ein feuchtes Tuch geben und die Falte damit auswischen.
- Zum Schluss trocken nachwischen und die Tür anschließend offen lassen, damit die Dichtung durchtrocknet.
Verzichte auf spitze Gegenstände und aggressive Scheuermittel, das Gummi ist empfindlich und undichte Stellen willst du dir nicht einhandeln. Ein rissiger oder ausgeleierter Faltenbalg ist übrigens ein klassisches Verschleißteil, für das es laut der EU-Ökodesign-Vorgaben über viele Jahre Ersatz geben muss. Wie lange genau, steht im Ratgeber Wie lange gibt es Ersatzteile für Waschmaschine und Co..
Schritt 3: Das Waschmittelfach reinigen
Im Einspülkasten bleiben Waschmittel- und Weichspülerreste zurück, die verkrusten und verkleben. Auf den Rückständen bildet sich gern ein schmieriger, dunkler Film. Reinigen ist einfach:
- Zieh die Schublade komplett heraus. Bei den meisten Modellen gibt es dafür eine Entriegelung, die du nach unten drückst, dann lässt sich das Fach vollständig entnehmen. Der genaue Handgriff steht in deiner Bedienungsanleitung.
- Spül die Schublade unter fließendem warmem Wasser aus, bis die Reste weg sind. Eine kleine Bürste oder eine alte Zahnbürste hilft in den Ecken und am Weichspüler-Einsatz.
- Wisch auch den Schacht aus, in den die Schublade gehört, dort setzt sich oben oft ein Belag an.
- Setz das Fach erst wieder ein, wenn es trocken ist, und lass es danach im Alltag einen Spalt offen.
Das ist bei Bosch, Siemens und AEG praktisch identisch, AEG beschreibt genau dieses Ausspülen unter warmem Wasser mit einer kleinen Bürste.
Schritt 4: Das Flusensieb und die Pumpe säubern
Das Flusensieb, auch Fussel- oder Laugensieb genannt, fängt vor der Ablaufpumpe alles ab, was nicht ins Abwasser gehört: Fusseln, Haare, Münzen, Knöpfe. Ist es verstopft, pumpt die Maschine schlechter ab, die Wäsche bleibt nasser, das Programm dauert länger oder die Maschine bleibt stehen. Das Sieb sitzt hinter einer kleinen Klappe unten an der Vorderseite.
Wichtig ist die Vorbereitung, sonst hast du eine Überschwemmung. Bosch nennt die Reihenfolge klar:
- Gerät vom Strom trennen und den Wasserzulauf zudrehen.
- Ein flaches Gefäß und ein Handtuch vor die Maschine legen, es läuft immer Restwasser heraus.
- Wartungsklappe öffnen. Gibt es einen kleinen Ablaufschlauch, damit zuerst das Wasser ablassen.
- Pumpenverschluss und Flusensieb langsam aufdrehen und herausnehmen.
- Sieb unter fließendem Wasser reinigen, Fremdkörper entfernen, auch die Öffnung dahinter auf Gegenstände prüfen.
- Sieb wieder fest einsetzen, bis es einrastet, sonst tritt beim nächsten Waschgang Wasser aus.
Das Vorgehen ist bei Siemens dasselbe, bei AEG genügt oft das flache Gefäß davor und das Reinigen unter fließendem Wasser. Ein verstopftes Flusensieb ist eine der häufigsten Ursachen, wenn eine Maschine plötzlich nicht mehr richtig schleudert, bevor du an einen Defekt denkst, lohnt sich also immer der Blick hinter diese Klappe.
Schritt 5: Gegen Geruch die Ursache abstellen
Wenn du die vier Stellen sauber hast und trotzdem regelmäßig ein Geruch zurückkommt, liegt es fast immer am Umgang im Alltag. Zwei Gewohnheiten machen den Unterschied:
- Tür und Waschmittelfach offen lassen. AEG rät ausdrücklich, Tür beziehungsweise Deckel nach jedem Waschen angelehnt zu lassen und beim Frontlader gleichzeitig die Waschmittelschublade zu öffnen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Eine geschlossene, feuchte Trommel ist der ideale Ort für Geruch.
- Nicht dauerhaft nur kalt waschen. Für den normalen Haushalt reichen niedrige Temperaturen völlig, das ist gut für Textilien und Stromrechnung. Aber die Maschine selbst braucht ab und zu Hitze. AEG empfiehlt, hin und wieder mit 60 Grad oder höher zu waschen und nicht nur kalte Waschgänge zu nutzen.
Kein Widerspruch, sondern eine sinnvolle Mischung: Deine Wäsche wäscht du sparsam, die Maschine spülst du ab und zu heiß durch. Laut Umweltbundesamt waschen moderne Waschmittel schon bei 30 Grad gut, und wer von 40 auf 30 Grad heruntergeht, spart pro Waschgang über 35 Prozent Strom. Ein Kochwaschgang bei 95 Grad ist für die alltägliche Wäsche im gesunden Haushalt nicht nötig, das UBA sieht Desinfektion oder Auskochen nur bei ansteckenden Krankheiten und nach ärztlichem Rat vor. Was ein Heiß- gegenüber einem Kaltwaschgang an Strom ausmacht, kannst du dir mit der Formel aus dem Ratgeber Stromkosten berechnen selbst ausrechnen.
Ein weiterer Geruchs-Verdächtiger ist Kalk. In hartem Wasser lagert sich Kalk an Heizstab und Trommel an und bindet Schmutz. Der regelmäßige Heißwaschgang mit Pulver-Vollwaschmittel wirkt dem schon entgegen, weil Vollwaschmittel Wasserenthärter enthält. Einen separaten Entkalker brauchst du meist nur bei sehr hartem Wasser, und dann nach Herstellerangabe dosiert.
Wie oft du was reinigen solltest
Ein grober Rhythmus, damit du nichts vergisst:
- Nach jedem Waschgang: Tür und Waschmittelfach offen lassen, die Gummifalte kurz trocken wischen.
- Etwa monatlich: ein leerer Heißwaschgang mit Pulver-Vollwaschmittel, das Waschmittelfach ausspülen.
- Alle paar Monate: Türdichtung gründlich reinigen, das Flusensieb kontrollieren.
Wenn Reinigen nicht mehr reicht
Regelmäßige Pflege verlängert die Lebensdauer einer Waschmaschine spürbar, und viele vermeintliche Defekte sind in Wahrheit nur ein verstopftes Sieb oder eine verdreckte Dichtung. Manches lässt sich auch reparieren, ob du das selbst angehst oder in die Werkstatt gibst, klärt der Ratgeber Gerät selbst reparieren oder in die Werkstatt.
Irgendwann ist aber Schluss: Wenn die Trommellager laut mahlen, die Elektronik aussetzt oder eine Reparatur bei einem älteren Gerät teurer wird als der Restwert, ist ein anderes Gerät die vernünftigere Wahl. Und hier gehört die ehrliche Abwägung dazu, die zu unserem Geschäft passt: Du musst dafür nicht zwingend fabrikneu kaufen. Ein geprüftes, generalüberholtes Großgerät kann die günstigere Lösung sein, worauf du dabei achten solltest, steht im Ratgeber Refurbished Großgeräte kaufen. Wenn du unsicher bist, welche Waschmaschine zu deinem Haushalt passt, schau bei den Waschmaschinen im Shop vorbei oder frag mich.
Talkis Empfehlung
Mach dir die Pflege einfach, dann machst du sie auch. Der eine Handgriff, der am meisten bringt, ist der monatliche Heißwaschgang mit Pulver-Vollwaschmittel bei leerer Trommel. Kombiniert mit offener Tür nach dem Waschen hältst du damit fast alle Gerüche fern, bevor sie entstehen. Türdichtung, Waschmittelfach und Flusensieb nimmst du dir seltener vor, aber nicht nie. Reinige lieber regelmäßig ein bisschen, als einmal im Jahr gegen einen festgesetzten Belag anzukämpfen. So läuft die Maschine länger sauber, und du sparst dir im besten Fall den vorzeitigen Neukauf.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich meine Waschmaschine reinigen? Einen leeren Heißwaschgang etwa einmal im Monat, das empfehlen Siemens und AEG so. Die Trommel gründlich alle paar Monate, Bosch nennt rund drei Monate. Türdichtung und Waschmittelfach kontrollierst du am besten im selben Rhythmus, das Flusensieb reicht seltener, sollte aber ab und zu geprüft werden.
Meine Waschmaschine stinkt trotz sauberer Wäsche. Was tun? Der Geruch kommt meist vom feuchtwarmen Klima in der Maschine plus Waschmittelresten, vor allem beim Dauer-Kaltwaschen. Lass einen leeren Waschgang bei 60 Grad oder höher mit Pulver-Vollwaschmittel laufen, reinige die Gummidichtung und das Waschmittelfach und lass Tür und Fach danach immer offen, damit alles trocknet.
Welches Mittel nehme ich zum Reinigen der Trommel? In aller Regel genügt normales Pulver-Vollwaschmittel für weiße Wäsche. Es enthält Bleichkomponenten, die laut AEG desinfizierend wirken, und Wasserenthärter gegen Kalk. Einen speziellen Waschmaschinenreiniger brauchst du dafür meist nicht.
Kann ich Essig oder Zitronensäure benutzen? Bei Hausmitteln ist Vorsicht geboten. Essig kann Gummidichtungen und Schläuche über die Zeit angreifen. Wenn du entkalken willst, halte dich an die Angaben deines Herstellers zum Entkalken und dosiere nicht auf eigene Faust. Für die normale Pflege ist der Heißwaschgang mit Pulver-Vollwaschmittel der sicherere Weg.
Wo ist das Flusensieb und wie komme ich dran? Hinter einer kleinen Klappe unten an der Vorderseite der Maschine. Vorher unbedingt den Strom trennen, den Wasserzulauf zudrehen und ein flaches Gefäß mit Handtuch unterlegen, es läuft Restwasser heraus. Dann Klappe öffnen, gegebenenfalls über den Schlauch entwässern, Sieb aufdrehen, reinigen und fest wieder einrasten.
Muss ich wirklich heiß waschen, wo doch 30 Grad Strom spart? Für deine Wäsche reicht niedrige Temperatur meist völlig, das bestätigt auch das Umweltbundesamt. Der gelegentliche Heißwaschgang ist keine Wäsche, sondern Pflege der Maschine selbst. Beides zusammen ist die richtige Kombination: sparsam waschen, ab und zu heiß durchspülen.
Die Maschine schleudert nicht mehr richtig, ist sie kaputt? Nicht unbedingt. Eine sehr häufige Ursache ist ein verstopftes Flusensieb. Prüfe zuerst das Sieb und den Ablauf, bevor du an einen Defekt denkst. Bringt das nichts, wäge Reparatur und Ersatz gegeneinander ab.