Festplatte, SSD oder NVMe? Der große Speicher-Ratgeber
Speicher klingt zunächst einfach: Hauptsache viel Platz. Sobald man aber kaufen will, prasseln die Begriffe auf einen ein. HDD, SSD, NVMe, SATA, M.2, PCIe, TLC, QLC. Dazu die Frage, ob das Teil überhaupt in den eigenen Rechner passt. Dieser Ratgeber sortiert das einmal von Grund auf. Du erfährst, was die einzelnen Speicherarten wirklich sind, was sie können, welche Anschlüsse es gibt, was davon modern ist und in welcher Reihenfolge die Technik entstanden ist. Am Ende weißt du, welcher Speicher für deinen Zweck der richtige ist. Die vertiefenden Ratgeber zu einzelnen Fragen knüpfen an diesen Überblick an.
Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Grundtypen. Die Festplatte (HDD) speichert magnetisch auf rotierenden Scheiben, die SSD elektronisch auf Flash-Speicher ohne bewegliche Teile. Die SSD ist deutlich schneller und robuster, die HDD bietet mehr Platz fürs Geld.
- SSD ist nicht gleich SSD. Eine SATA-SSD ist durch ihren Anschluss auf rund 550 MB/s gedeckelt. Eine NVMe-SSD läuft über PCIe und schafft ein Vielfaches, je nach Generation rund 3.500 bis fast 15.000 MB/s.
- NVMe ist kein eigenes Laufwerk, sondern eine Sprache. Es ist das moderne Übertragungsverfahren für Flash-Speicher und der Grund, warum eine NVMe-SSD so viel schneller ist als eine alte SATA-SSD.
- M.2 ist nur eine Bauform. Eine M.2-SSD kann langsames SATA oder schnelles NVMe sein. Das sieht man dem Steckplatz nicht an, man muss es in der Beschreibung lesen.
- Für die meisten reicht NVMe der 3. oder 4. Generation locker. Die teuersten Modelle der 5. Generation bringen im Alltag wenig spürbaren Vorteil, brauchen aber Kühlung.
- SSDs gehen nicht schnell kaputt. Im normalen Gebrauch hält eine SSD viele Jahre. Das verbreitete Gegenteil ist ein Mythos.
- Bei gebrauchtem Speicher ist der Zustand messbar. Über die SMART-Werte lässt sich auslesen, wie viel ein Laufwerk schon gearbeitet hat. Das macht eine geprüfte Gebrauchtplatte zu einer ehrlichen Sache.
Die zwei Grundtypen: Festplatte und SSD
Alles, was Daten dauerhaft speichert, lässt sich auf zwei Familien zurückführen. Sie unterscheiden sich grundlegend in der Technik.
Die Festplatte (HDD)
HDD steht für Hard Disk Drive. Im Inneren rotieren eine oder mehrere beschichtete Scheiben, die Platter, mit hoher Geschwindigkeit. Ein winziger Schreib-Lese-Kopf schwebt auf einem Luftpolster darüber und magnetisiert die Oberfläche, um Daten abzulegen oder zu lesen. Das ist im Kern dieselbe Idee wie bei einer Schallplatte, nur magnetisch und beidseitig.
Die Drehzahl bestimmt mit, wie flott das geht. Übliche Werte sind 5.400 oder 7.200 Umdrehungen pro Minute. Schneller bedeutet kürzere Wartezeiten, aber auch mehr Lärm und Wärme. Real liest und schreibt eine Festplatte etwa 80 bis 160 MB pro Sekunde, große aktuelle Modelle für Server am äußeren Rand auch etwas mehr.
Die Stärke der HDD ist der Preis pro Speichermenge. Nirgends bekommt man so viele Terabyte so günstig. Außerdem hält sie Daten auch über lange Zeit ohne Strom zuverlässig fest. Ihre Schwäche ist die Mechanik: Der Kopf muss sich erst an die richtige Stelle bewegen, und das kostet Zeit. Bei vielen kleinen, verstreuten Zugriffen, wie sie ein Betriebssystem ständig macht, wirkt eine HDD darum träge. Sie ist außerdem stoßempfindlicher und lauter als eine SSD.
Die SSD
SSD steht für Solid State Drive, sinngemäß ein Laufwerk ohne bewegte Teile. Statt magnetischer Scheiben kommen Flash-Speicherchips zum Einsatz, dieselbe Art Speicher wie in einer Speicherkarte oder einem USB-Stick, nur in besserer Qualität und mit einem leistungsfähigen Steuerchip, dem Controller. Daten liegen als elektrische Ladung in winzigen Zellen, die ihren Zustand auch ohne Strom behalten.
Weil nichts mechanisch gesucht werden muss, ist eine SSD um ein Vielfaches schneller, besonders bei den vielen kleinen Zugriffen des Alltags. Ein Rechner mit SSD startet in Sekunden, Programme öffnen ohne spürbare Verzögerung. Dazu ist die SSD lautlos, stoßfest und sparsamer im Verbrauch. Ihr Nachteil gegenüber der HDD ist der höhere Preis je Terabyte, vor allem bei sehr großen Kapazitäten.
HDD und SSD im direkten Vergleich
| Merkmal | Festplatte (HDD) | SSD |
|---|---|---|
| Technik | rotierende Magnetscheiben | Flash-Speicher, keine Mechanik |
| Tempo | ca. 80–160 MB/s | ca. 550 MB/s (SATA) bis fast 15.000 MB/s (NVMe) |
| Reaktion bei kleinen Zugriffen | träge | sehr schnell |
| Lautstärke | hörbar | lautlos |
| Stoßfestigkeit | empfindlich | robust |
| Preis pro Terabyte | günstig | höher |
| Stärke | viel Platz, Archiv, Backup | System, Programme, Spiele |
Die Faustregel daraus: Die SSD ist für Tempo da, die Festplatte für Masse. In vielen Rechnern stecken beide, eine SSD fürs System und eine Festplatte für die großen Datenmengen.
SSD ist nicht gleich SSD: SATA oder NVMe
Hier wird es entscheidend, denn unter dem Sammelbegriff SSD stecken zwei sehr unterschiedlich schnelle Welten. Der Unterschied liegt nicht im Speicher selbst, sondern darin, wie die SSD an den Rechner angebunden ist.
SATA, der alte Weg
SATA ist die Anschlussart, über die früher schon die Festplatten angebunden waren. In der aktuellen Version SATA III liegt die Obergrenze bei 6 Gigabit pro Sekunde, was nach Abzug des technischen Overheads real etwa 550 MB pro Sekunde ergibt. Für eine Festplatte ist das reichlich, die ist ja ohnehin langsamer. Für eine SSD ist es eine Bremse. Eine SATA-SSD könnte mit ihrem Flash-Speicher viel schneller sein, aber die Leitung lässt nicht mehr durch. Deshalb sind alle SATA-SSDs ungefähr gleich schnell, egal wie hochwertig der Speicher darin ist.
Trotzdem ist eine SATA-SSD nicht schlecht. Gegenüber einer Festplatte ist sie ein gewaltiger Sprung, und sie ist der einfachste Weg, einen älteren Rechner spürbar zu beschleunigen.
NVMe, der moderne Weg
NVMe steht für Non-Volatile Memory Express. Es ist kein eigenes Laufwerk, sondern das moderne Übertragungsverfahren, die Sprache zwischen Rechner und SSD. NVMe läuft nicht über SATA, sondern über PCIe, dieselben schnellen Datenbahnen, an denen auch die Grafikkarte hängt.
Warum ist das so viel schneller? Zwei Gründe. Erstens hat PCIe deutlich mehr Bandbreite als SATA. Zweitens, und das ist der eigentliche Trick, war das alte SATA-Verfahren für die langsame, mechanische Festplatte gedacht. Es kann nur eine einzige Warteschlange an Befehlen abarbeiten. Das genügte einer HDD, deren Kopf ohnehin nur eine Sache nach der anderen tun kann. Flash-Speicher dagegen kann viele Dinge gleichzeitig erledigen. NVMe nutzt das aus, indem es tausende Warteschlangen parallel bedient. Die SSD wird also nicht mehr ausgebremst, sondern voll ausgelastet. Das Ergebnis sind nicht nur höhere Spitzenwerte, sondern auch spürbar kürzere Reaktionszeiten.
Die PCIe-Generationen
NVMe-SSDs gibt es in mehreren PCIe-Generationen. Jede neue verdoppelt grob das Tempo der vorherigen. Welche Generation eine SSD nutzt, muss auch das Mainboard unterstützen, sonst läuft die SSD langsamer. Sie funktioniert aber trotzdem, denn die Generationen sind miteinander verträglich. Eine schnelle SSD in einem älteren Steckplatz läuft einfach mit dem Tempo des Steckplatzes.
| Anbindung | Reales Lesetempo (ca.) | Einordnung |
|---|---|---|
| SATA III | ~550 MB/s | solide, der Klassiker zum Aufrüsten |
| NVMe PCIe 3.0 | ~3.500 MB/s | für die meisten völlig ausreichend |
| NVMe PCIe 4.0 | ~7.000–7.500 MB/s | der aktuelle Sweet Spot |
| NVMe PCIe 5.0 | ~12.000–14.800 MB/s | High End, braucht Kühlung |
Wichtig zur Einordnung: Diese riesigen Zahlen sind sequenzielle Spitzenwerte beim Lesen großer Dateien am Stück. Im Alltag, wo viele kleine Dateien im Spiel sind, ist der Unterschied zwischen einer guten PCIe-3.0- und einer PCIe-5.0-SSD kaum zu spüren. Für die allermeisten ist eine NVMe-SSD der 3. oder 4. Generation die vernünftige Wahl. NVMe-SSDs findest du bei uns in der Auswahl der internen SSDs.
Die Bauformen: Was passt in meinen Rechner?
Neben Tempo und Technik ist die zweite Kaufentscheidung ganz praktisch: Welche Form hat das Laufwerk und welcher Steckplatz ist im Gerät frei? Das sind die gängigen Bauformen.
2,5-Zoll-SATA-SSD
Das klassische flache Kästchen in der Größe einer Notebook-Festplatte. Es wird mit zwei Kabeln angeschlossen, einem SATA-Datenkabel und einem Stromkabel, und passt in fast jeden Desktop und viele ältere Notebooks. Das ist immer eine SATA-SSD mit den genannten rund 550 MB/s. Für den Tausch einer alten Festplatte gegen eine SSD ist diese Bauform der einfachste Weg.
M.2, der kleine Riegel
M.2 ist die moderne Bauform: ein schmaler Riegel, der flach direkt auf das Mainboard gesteckt und mit einer kleinen Schraube fixiert wird, ohne Kabel. Die Zahlen im Namen geben die Maße in Millimetern an. Mit Abstand am verbreitetsten ist 2280, also 22 Millimeter breit und 80 Millimeter lang. In kompakten Notebooks oder Handhelds kommen auch kürzere Varianten wie 2230 oder 2242 vor.
Und jetzt der wichtigste Satz dieses Ratgebers, weil hier die meisten Fehlkäufe passieren:
3,5-Zoll-Festplatte
Die große Bauform für den Desktop und für Netzwerkspeicher. Hier sitzt die Masse: 3,5-Zoll-Platten gibt es bis weit über 20 Terabyte. Für ein Notebook sind sie zu groß, dort kommen 2,5-Zoll-Festplatten oder externe Gehäuse zum Einsatz.
Ältere und seltene Formen
Vereinzelt trifft man noch auf mSATA, eine kleine Steckkarte aus der Zeit vor M.2, die heute überholt ist. Im Server- und Profibereich gibt es Formen wie U.2 oder SSDs als große PCIe-Steckkarte. Für den normalen Heim-Einsatz sind diese drei oben die einzigen, die zählen.
| Bauform | Anschluss | Typisches Tempo |
|---|---|---|
| 2,5 Zoll | SATA | ~550 MB/s |
| M.2 (SATA) | SATA | ~550 MB/s |
| M.2 (NVMe) | PCIe | ~3.500–14.800 MB/s |
| 3,5 Zoll | SATA | ~80–270 MB/s (Festplatte) |
Ein Blick ins Innere der SSD: TLC, QLC und Haltbarkeit
Wer Datenblätter liest, stolpert über Kürzel wie TLC oder QLC. Sie beschreiben, wie viele Bits in jeder einzelnen Flash-Zelle gespeichert werden. Das ist ein Abwägen zwischen Preis und Ausdauer.
- SLC speichert 1 Bit pro Zelle, ist am schnellsten und langlebigsten, aber sehr teuer. Heute nur noch im Industrieeinsatz.
- MLC speichert 2 Bit. Im Endkundenmarkt kaum noch zu finden.
- TLC speichert 3 Bit und ist der heutige Standard für gute SSDs. Eine gesunde Balance aus Tempo, Haltbarkeit und Preis.
- QLC speichert 4 Bit. Das macht den Speicher dichter und günstiger, aber etwas langsamer beim Dauerschreiben und weniger oft beschreibbar. Sinnvoll für große, eher lesende Datenspeicher.
Für den Normalfall gilt: TLC ist die solide Wahl, QLC ist in Ordnung, wenn es um viel Platz zum günstigen Preis geht und nicht um pausenloses Schreiben.
Halten SSDs wirklich nicht lange? Ein Mythos
Es hält sich hartnäckig die Sorge, SSDs gingen schnell kaputt, weil sich Flash-Zellen mit jedem Schreibvorgang abnutzen. Stimmt im Prinzip, in der Praxis ist es aber kein Problem. Hersteller geben für jede SSD einen TBW-Wert an, kurz für Terabytes Written, also die Datenmenge, die man über die Lebenszeit garantiert schreiben kann. Eine typische 1-Terabyte-SSD liegt bei rund 150 bis 600 TBW.
Was das bedeutet, zeigt eine einfache Rechnung. Selbst wer jeden Tag 50 Gigabyte neu schreibt, was für die meisten Nutzer schon viel ist, käme bei 600 TBW rechnerisch auf über 30 Jahre. Dauertests der Fachpresse haben SSDs sogar weit über ihre garantierten Werte hinaus betrieben, teils bis über ein Petabyte, also das Tausendfache eines Terabyte. Im normalen Alltag erlebt man das Ende der Schreibzyklen praktisch nie. Eine SSD löst gegen eine Festplatte gemessen sogar tendenziell zuverlässiger, weil sie keine Mechanik hat, die verschleißen kann.
Ein kleiner technischer Hinweis am Rande, der beim Kauf manchmal auftaucht: Günstige SSDs sparen sich einen eigenen Zwischenspeicher, den DRAM-Cache, und leihen sich stattdessen etwas Arbeitsspeicher des Rechners. Das nennt sich HMB. Im Alltag bei leichter Last fällt der Unterschied kaum auf, bei schwerer Dauerlast hat eine SSD mit eigenem DRAM Vorteile.
Extern: USB, USB-C und Thunderbolt
Externe Laufwerke hängen nicht an SATA oder PCIe, sondern an einem USB- oder Thunderbolt-Anschluss. Und hier herrscht ein Namens-Chaos, das man kennen sollte.
Das Tempo von USB hat über die Jahre mehrere Namen für dieselbe Sache bekommen. Wichtig ist am Ende nur die Angabe in Gigabit pro Sekunde, nicht der Name.
| Bezeichnungen (alle dasselbe) | Tempo | Real nutzbar (ca.) |
|---|---|---|
| USB 3.0 = 3.1 Gen 1 = 3.2 Gen 1 | 5 Gbit/s | ~400–450 MB/s |
| USB 3.1 Gen 2 = 3.2 Gen 2 | 10 Gbit/s | ~900–1.050 MB/s |
| USB 3.2 Gen 2x2 | 20 Gbit/s | ~1.600–1.800 MB/s |
| USB4 / Thunderbolt 3 und 4 | 40 Gbit/s | ~2.800–3.200 MB/s |
Für die Wahl des externen Laufwerks heißt das: Eine externe Festplatte ist durch ihre Mechanik ohnehin auf etwa 100 bis 140 MB/s begrenzt. Für sie reicht jeder USB-3-Anschluss, ein schnellerer Port bringt ihr nichts. Eine externe SSD dagegen lebt vom schnellen Anschluss. Hier lohnt es sich zu prüfen, welches Tempo dein Computer am Port wirklich kann, bevor du eine teure schnelle SSD kaufst. Externe Laufwerke findest du bei uns getrennt nach externen SSDs und externen Festplatten.
Speicherkarten und USB-Sticks
Zur Vollständigkeit gehören die kleinen Verwandten, die technisch ebenfalls auf Flash-Speicher beruhen.
Ein USB-Stick nutzt denselben Speichertyp wie eine SSD, hat aber meist einen einfacheren Steuerchip und keinen Zwischenspeicher. Er ist gut zum Transportieren und für den schnellen Datenaustausch, aber kein Ersatz für eine richtige externe SSD, wenn es um Tempo oder Dauerbetrieb geht. Eine Auswahl gibt es bei den USB-Sticks.
Speicherkarten, vor allem microSD, stecken in Kameras, Drohnen, Dashcams, Handhelds und Smartphones. Bei ihnen verwirren die vielen Geschwindigkeitsklassen. Drei Angaben helfen weiter:
- U1 und U3 geben die garantierte Mindest-Schreibrate an: U1 mindestens 10 MB/s, U3 mindestens 30 MB/s.
- V10 bis V90 sind die Video-Klassen, die Zahl steht ebenfalls für die garantierte Schreibrate in MB/s. Für 4K-Video sollte es mindestens V30 sein.
- A1 und A2 zählen, wenn die Karte in einem Smartphone Apps speichern soll, denn dort kommt es auf viele kleine Zugriffe an, nicht auf große Dateien.
Die passende Karte hängt also vom Einsatz ab. Für eine Action-Cam zählt die Video-Klasse, fürs Handy die A-Klasse. Speicherkarten findest du in der Übersicht der Speicherkarten.
Was ist heute modern?
Der aktuelle Stand der Technik, Stand Mitte 2026, sieht so aus. Bei den schnellen SSDs ist PCIe der 5. Generation die Spitze, mit Lesewerten um 14.000 bis knapp 15.000 MB/s. Diese Laufwerke werden unter Last allerdings warm und brauchen einen Kühlkörper, viele Mainboards bringen einen passenden mit. Im Massenmarkt bleibt TLC der Standard für gute SSDs, QLC bedient das günstige Segment mit viel Platz. Die größten gängigen M.2-SSDs für Endkunden fassen 8 Terabyte.
Bei den Festplatten geht die Entwicklung weiter Richtung riesiger Kapazitäten für Server und Netzwerkspeicher. Mit dem neuen Verfahren HAMR sind inzwischen Platten mit 30 Terabyte und mehr auf dem Markt. Für den Heimgebrauch bleibt die HDD das Medium für viel Platz zum kleinen Preis.
Welcher Speicher passt zu welchem Zweck?
Die ganze Theorie läuft auf eine einfache Zuordnung hinaus. Diese Tabelle fasst zusammen, was sich wofür anbietet.
| Einsatz | Empfehlung | Sinnvolle Größe (ca.) |
|---|---|---|
| Betriebssystem, Programme | NVMe-SSD (PCIe 3.0 oder 4.0) | 500 GB – 1 TB |
| Spiele | NVMe-SSD | 1 – 4 TB |
| Videoschnitt, Kreativarbeit | schnelle NVMe-SSD (TLC) | 2 – 4 TB |
| Foto- und Datenarchiv | Festplatte (HDD) | 4 – 20 TB |
| Backup | externe Festplatte | mindestens Datenmenge, eher doppelt |
| Netzwerkspeicher (NAS) | Festplatte (NAS-Reihe, CMR) | 4 – 30 TB pro Platte |
| unterwegs | externe SSD | 1 – 4 TB |
| PlayStation 5 erweitern | NVMe PCIe 4.0 mit Kühlkörper | 1 – 2 TB |
Ein eigener Hinweis zur Konsole: Wer den Speicher der PlayStation 5 erweitern will, braucht laut Sony zwingend eine M.2-NVMe-SSD der PCIe-Generation 4 mit einem Kühlkörper. Empfohlen ist ein Lesetempo ab etwa 5.500 MB/s. Eine M.2-SATA-SSD funktioniert dort ausdrücklich nicht. Passende Modelle stehen bei den Gaming-SSDs. Die Xbox Series geht einen anderen Weg und nutzt eine eigene Erweiterungskarte statt eines offenen Steckplatzes.
In welcher Reihenfolge das alles entstanden ist
Ein kurzer Blick auf die Geschichte hilft zu verstehen, warum es heute so viele Begriffe nebeneinander gibt. Sie sind über Jahrzehnte gewachsen.
| Jahr | Meilenstein |
|---|---|
| 1956 | IBM stellt die erste Festplatte vor, so groß wie zwei Kühlschränke, mit wenigen Megabyte. |
| 1971 | Die Diskette kommt als wechselbarer Datenträger auf den Markt. |
| 1984 | Das Prinzip des Flash-Speichers wird erstmals öffentlich vorgestellt, die Grundlage jeder heutigen SSD. |
| ab 2003 | SATA löst die alten Festplatten-Anschlüsse ab. |
| 2007/2008 | Die ersten SSDs für Endkunden erreichen den Massenmarkt und beschleunigen Notebooks spürbar. |
| 2011 | Das NVMe-Verfahren wird spezifiziert, eigens für Flash über PCIe. |
| 2013 | Die Bauform M.2 wird festgelegt, der schmale Riegel ohne Kabel. |
| 2015 | Die erste NVMe-SSD im M.2-Format für Endkunden kommt in den Handel. |
| 2019 | PCIe der 4. Generation verdoppelt das SSD-Tempo. |
| 2023 | PCIe der 5. Generation erreicht den Endkundenmarkt. |
| 2024/2025 | Neue Festplatten mit dem HAMR-Verfahren überschreiten 30 Terabyte. |
Man sieht: Die Festplatte ist die alte, gereifte Technik, die SSD die jüngere, und NVMe ist die moderne Art, eine SSD anzubinden. Alle drei existieren nebeneinander, weil sie unterschiedliche Stärken haben.
Gebraucht kaufen: bei Speicher ist der Zustand messbar
Ein Punkt, der Speicher von vielen anderen gebrauchten Geräten unterscheidet: Sein Zustand lässt sich nicht nur einschätzen, sondern direkt auslesen. Jedes moderne Laufwerk führt intern Buch über seine eigene Nutzung, das nennt sich SMART. Mit einem kostenlosen Programm wie CrystalDiskInfo lassen sich diese Werte sichtbar machen.
Bei einer Festplatte zeigt sich daran die Zahl der Betriebsstunden und ob es Auffälligkeiten gibt, etwa wieder zugewiesene Sektoren. Bei einer SSD lässt sich ablesen, wie viel schon geschrieben wurde und wie viel von der Schreib-Reserve noch übrig ist, oft als Gesundheitswert in Prozent. So entsteht ein objektives Bild davon, wie viel Leben in einem Laufwerk noch steckt.
Genau das macht eine geprüfte Gebrauchtplatte zu einer ehrlichen Sache. Statt zu versprechen, prüfen wir und können den Zustand belegen. Wer Speicher günstig sucht und auf den ausgelesenen Zustand schaut, fährt damit oft gut. Stöbern kannst du bei den geprüften Festplatten. Wie du die SMART-Werte selbst ausliest und richtig deutest, zeigt der Ratgeber SMART-Werte auslesen.
Talkis Empfehlung
Merk dir die drei Ebenen, dann verlierst du dich nicht in den Begriffen. Erstens der Typ: SSD fürs Tempo, Festplatte für die Masse. Zweitens die Anbindung: NVMe ist die schnelle, SATA die langsamere, und NVMe lohnt sich überall dort, wo das System oder Spiele drauf sollen. Drittens die Bauform: prüfe, ob ein 2,5-Zoll-Schacht oder ein M.2-Steckplatz frei ist, und lies bei M.2 genau, ob SATA oder NVMe gemeint ist. Wenn du diese drei Fragen beantwortest, kaufst du nie das Falsche. Für die allermeisten ist eine NVMe-SSD der 3. oder 4. Generation fürs System plus eine Festplatte für die großen Daten die beste Kombination. Wenn du unsicher bist, was in dein konkretes Gerät passt, frag mich.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen HDD und SSD? Eine HDD ist eine klassische Festplatte mit rotierenden Magnetscheiben und einem beweglichen Schreibkopf. Eine SSD speichert auf Flash-Chips ohne bewegliche Teile. Die SSD ist deutlich schneller, leiser und robuster, die HDD bietet mehr Speicher fürs Geld.
Was ist NVMe und was bringt es? NVMe ist das moderne Übertragungsverfahren für SSDs. Es läuft über die schnellen PCIe-Bahnen statt über das alte SATA und kann Flash-Speicher viel besser auslasten. Eine NVMe-SSD ist je nach Generation rund sechs- bis fünfundzwanzigmal schneller als eine SATA-SSD.
Ist eine M.2-SSD immer schnell? Nein. M.2 ist nur die Bauform, der schmale Riegel. Eine M.2-SSD kann langsames SATA oder schnelles NVMe sein. Das steht in der Produktbeschreibung. Auf das Aussehen kann man sich nicht verlassen.
SATA oder NVMe, was soll ich nehmen? Wenn dein Gerät einen freien M.2-Steckplatz für NVMe hat, nimm NVMe, das ist die modernere und schnellere Wahl. Hat dein Rechner nur einen 2,5-Zoll-Schacht oder einen reinen SATA-M.2-Steckplatz, ist eine SATA-SSD trotzdem ein großer Sprung gegenüber einer alten Festplatte.
Brauche ich PCIe der 5. Generation? Für die allermeisten nicht. Der Unterschied zu PCIe 3.0 oder 4.0 ist im Alltag kaum spürbar, weil dort meist viele kleine Dateien im Spiel sind und nicht das Lesen riesiger Dateien am Stück. PCIe 5.0 lohnt vor allem für spezielle Profi-Aufgaben und braucht eine Kühlung.
Gehen SSDs schnell kaputt? Nein, das ist ein Mythos. Im normalen Gebrauch hält eine SSD viele Jahre. Die garantierte Schreibmenge wird privat so gut wie nie erreicht, oft würde sie rechnerisch jahrzehntelang reichen.
Was bedeutet TLC und QLC? Das beschreibt, wie viele Bits pro Speicherzelle abgelegt werden. TLC speichert drei Bit und ist der heutige Standard für gute SSDs. QLC speichert vier Bit, ist günstiger und dichter, aber beim Dauerschreiben etwas langsamer. Für große, eher lesende Speicher ist QLC in Ordnung.
Welche SSD passt in meine PlayStation 5? Eine M.2-NVMe-SSD der PCIe-Generation 4 mit Kühlkörper, empfohlen ist ein Lesetempo ab etwa 5.500 MB/s. Eine M.2-SATA-SSD funktioniert in der PS5 nicht.
Reicht für eine externe Festplatte ein langsamer USB-Anschluss? Ja. Eine externe Festplatte ist durch ihre Mechanik ohnehin auf etwa 100 bis 140 MB/s begrenzt, jeder USB-3-Anschluss reicht dafür. Nur bei einer externen SSD lohnt sich ein schneller Anschluss.
Kann ich am Gebrauchtkauf einer Platte den Zustand erkennen? Ja, das ist sogar der große Vorteil bei Speicher. Über die SMART-Werte, etwa mit dem kostenlosen Programm CrystalDiskInfo, lassen sich Betriebsstunden und Gesundheitszustand auslesen. So weißt du objektiv, wie viel das Laufwerk schon gearbeitet hat.