Präziser oder ungefährer Standort: so steuerst du pro App, wie genau dich dein Handy ortet

Präziser oder ungefährer Standort: so steuerst du pro App, wie genau dich dein Handy ortet

Nicht jede App muss auf den Meter genau wissen, wo du bist. Eine Wetter-App, eine Nachrichten-App oder ein Gutschein-Dienst kommen mit deiner ungefähren Gegend völlig aus. Ein Navigationsdienst dagegen braucht die genaue Position, sonst führt er dich zur falschen Kreuzung. Genau diesen Unterschied kannst du seit ein paar Jahren selbst festlegen: pro App entscheidest du, ob sie deinen präzisen oder nur deinen ungefähren Standort bekommt. Du musst die Ortung also nicht komplett abschalten, um weniger von dir preiszugeben. Diese Anleitung zeigt dir den Weg für iPhone und Android und erklärt, was „ungefähr" konkret bedeutet.

Talkis Tipp. Geh die Frage einfach pro App durch: Braucht diese App wirklich meine genaue Position, oder reicht die Gegend? Karten und Navigation ja, alles andere im Zweifel auf ungefähr. Die App funktioniert weiter, sie sieht nur nicht mehr die exakte Adresse. Und du kannst die Einstellung jederzeit wieder umlegen, es ist keine Einbahnstraße. — Talki, dein Berater

Das Wichtigste in Kürze

  • Ungefähr statt genau, statt aus. Du kannst einer App den Standort erlauben, ihr aber nur die grobe Gegend geben statt der exakten Position. Die Ortung bleibt an.
  • Auf dem iPhone heißt die Einstellung „Genauer Standort" (Precise Location) und sitzt pro App unter den Standort-Optionen. Gibt es ab iOS 14.
  • Auf Android heißt sie „Genauen Standort verwenden" und lässt sich pro App umlegen. Die getrennte Wahl zwischen präzise und ungefähr gibt es ab Android 12.
  • Ungefähr bei Android meint laut Google einen Bereich von etwa drei Quadratkilometern. Genau genug für Wetter oder lokale Angebote, zu grob für eine Abbiegehilfe.
  • Schon beim ersten Öffnen fragt dich die App, ob und wie genau sie orten darf. Auch diese erste Abfrage kannst du gleich auf ungefähr stellen.

Was „ungefährer Standort" eigentlich bedeutet

Dein Handy bestimmt deine Position aus mehreren Quellen: den GPS-Satelliten, den WLAN-Netzen in der Umgebung und den Mobilfunkmasten. Der präzise Standort nutzt alles zusammen und kommt damit sehr nah an deine echte Position. Der ungefähre Standort verzichtet auf die genaue Feinbestimmung und meldet der App nur eine grobe Fläche.

Wie grob, sagt Google für Android klar: ein Bereich von rund drei Quadratkilometern. Die App weiß dann, in welchem Stadtteil oder welcher Ortschaft du ungefähr bist, aber nicht, in welcher Straße. Für eine Wetter-App ist das ideal, sie zeigt dir das Wetter deiner Stadt und muss dafür nicht deine Wohnadresse kennen. Auf dem iPhone funktioniert das Prinzip genauso, nur nennt Apple es „Genauer Standort", den du an- oder ausschaltest.

iPhone: Genauen Standort pro App umstellen

Auf dem iPhone (ab iOS 14) steuerst du das über die Standort-Einstellungen. So gehst du vor:

  1. Öffne die Einstellungen.
  2. Tippe auf Datenschutz & Sicherheit und dann auf Ortungsdienste.
  3. Tippe in der Liste die App an, die du anpassen willst.
  4. Schalte Genauer Standort aus, damit die App nur noch deine ungefähre Position bekommt. Zum Umkehren schaltest du ihn wieder ein.

In derselben Ansicht legst du gleich noch fest, wann die App überhaupt orten darf: nie, beim nächsten Mal nachfragen, nur während der Nutzung oder immer. Der Schalter für den genauen Standort sitzt darunter und wirkt unabhängig davon. Du kannst einer App also den Zugriff „nur während der Nutzung" geben und ihr trotzdem nur die grobe Gegend verraten.

Schon wenn eine App zum ersten Mal nach deinem Standort fragt, taucht in der Abfrage ein Hinweis auf, ob der genaue Standort an ist. Direkt an dieser Stelle kannst du ihn abschalten, bevor du der App überhaupt Zugriff gibst.

Android: Genauen Standort pro App umstellen

Auf Android trennst du präzise und ungefähre Ortung ab Android 12 pro App. Die Menüpunkte können je nach Hersteller leicht anders heißen, der Weg ist aber überall ähnlich. Über die Systemeinstellungen:

  1. Öffne die Einstellungen.
  2. Tippe auf Standort und dann auf App-Standortberechtigungen.
  3. Tippe die App an, die du anpassen willst.
  4. Schalte Genauen Standort verwenden aus, damit die App nur die ungefähre Gegend erhält. Wieder einschalten geht an derselben Stelle.

Schneller kommst du oft über die App selbst hin: Tippe und halte das App-Symbol, wähle App-Info, dann Berechtigungen und Standort. Dort findest du denselben Schalter Genauen Standort verwenden.

Auch hier greift die Abfrage schon beim ersten Mal. Fragt eine App auf Android 12 oder neuer nach deinem Standort, zeigt der Dialog zwei Optionen mit kleiner Kartenvorschau: Genau und Ungefähr. Du wählst die Genauigkeit und danach, wie lange die Erlaubnis gelten soll, etwa nur dieses eine Mal oder während der Nutzung der App.

Wann genau, wann ungefähr

Als Faustregel: Genau nur da, wo die genaue Position der eigentliche Zweck ist. Ungefähr überall sonst.

  • Genau sinnvoll: Karten und Navigation, Mitfahr- und Lieferdienste, eine Fahrrad- oder Lauf-App, die deine Strecke aufzeichnet, Notfall- und Rettungs-Apps.
  • Ungefähr reicht: Wetter, Nachrichten mit Lokalteil, Shopping mit regionalen Angeboten, Suchmaschinen, die meisten Social-Apps.
  • Ganz aus möglich: Apps, die mit Standort gar nichts zu tun haben und trotzdem danach fragen. Hier kannst du die Ortung komplett verweigern, ohne etwas zu verlieren.

Die Einstellung ist nicht in Stein gemeißelt. Merkst du, dass eine App mit „ungefähr" doch schlechter funktioniert als gedacht, stellst du sie in Sekunden wieder auf genau. Und umgekehrt.

Das gilt für neue und geprüfte Geräte gleichermaßen

Diese Kontrolle über den Standort ist reine Software, keine Frage der Hardware. Sie steckt im Betriebssystem, nicht im Gerät. Ein geprüftes, generalüberholtes Smartphone bietet dir dieselben Regler wie ein fabrikneues, sofern es die passende Systemversion mitbringt. Für den ungefähren Standort pro App brauchst du auf dem iPhone iOS 14 oder neuer, auf Android die Version 12 oder neuer.

Achte beim Kauf also weniger auf neu oder generalüberholt und mehr darauf, dass das Gerät eine aktuelle Systemversion bekommt und mit Updates versorgt wird. In unserem Smartphone-Sortiment findest du Geräte, die im Haus nach festen Kriterien geprüft sind, jeweils mit Angabe zum Betriebssystem.

Talkis Empfehlung

Nimm dir einmal fünf Minuten und geh deine Standort-Liste von oben nach unten durch. Frag dich bei jeder App nur eine Sache: genaue Position wirklich nötig, oder reicht die Gegend? Bei fast allem außer Karten und Navigation reicht die Gegend. Stell diese Apps auf ungefähr, die Handvoll echter Navigationsfälle lässt du auf genau. Danach musst du dich nicht mehr drum kümmern, die Einstellung bleibt, bis du sie änderst. So gibst du nur das preis, was eine App für ihren Zweck tatsächlich braucht, ohne dass irgendetwas schlechter funktioniert. Wenn du beim nächsten Gerät unsicher bist, welche Systemversion es mitbringt, frag mich.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen präzisem und ungefährem Standort? Der präzise Standort meldet der App deine genaue Position, kombiniert aus GPS, WLAN und Mobilfunk. Der ungefähre Standort gibt nur eine grobe Fläche weiter. Google beziffert diese Fläche auf Android mit etwa drei Quadratkilometern. Die App weiß dann deine Gegend, aber nicht deine Straße.

Funktioniert eine App noch, wenn ich nur den ungefähren Standort erlaube? Ja. Die App bekommt weiter einen Standort, nur eben groberen. Für Wetter, lokale Nachrichten oder regionale Angebote genügt das. Nur Dienste, die auf die genaue Position angewiesen sind, etwa Navigation oder Lieferdienste, arbeiten damit schlechter. Bei denen lässt du den genauen Standort besser an.

Wo finde ich die Einstellung auf dem iPhone? Unter Einstellungen, Datenschutz & Sicherheit, Ortungsdienste. Dort tippst du die App an und schaltest „Genauer Standort" aus oder ein. Die Funktion gibt es ab iOS 14.

Wo finde ich die Einstellung auf Android? Unter Einstellungen, Standort, App-Standortberechtigungen. Tippe die App an und schalte „Genauen Standort verwenden" um. Schneller geht es, wenn du das App-Symbol gedrückt hältst, App-Info öffnest und dort zu Berechtigungen und Standort gehst. Die getrennte Wahl zwischen genau und ungefähr gibt es ab Android 12.

Kann ich das schon beim ersten Öffnen einer App festlegen? Ja. Fragt eine App zum ersten Mal nach deinem Standort, kannst du in der Abfrage direkt die Genauigkeit wählen. Auf Android zeigt der Dialog „Genau" und „Ungefähr" zur Auswahl, auf dem iPhone siehst du, ob der genaue Standort an ist, und kannst ihn dort abschalten.

Ist ungefährer Standort dasselbe wie Ortung aus? Nein. Bei „aus" bekommt die App gar keinen Standort. Bei „ungefähr" bekommt sie eine grobe Gegend, aber nicht deine exakte Position. Das ist der Mittelweg, wenn eine App den Standort für ihren Zweck grob braucht, aber nicht genau kennen muss.

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